Bitcoin: Pi Cycle liefert Sell-Signal, aber…

Gibt es einen Indikator, der bisher alle Hochpunkte beim Bitcoin treffsicher – also bis auf wenige Tage genau – angezeigt hat? Ja, der der sogenannte Pi Cycle.

Schauen wir uns das erste Top im Jahr 2013 an:

..und hier das zweite:

Und jetzt das Hoch Ende 2017 – auch hier ein Volltreffer.

Aber was genau steckt denn nun hinter dem ominösen Pi Cycle? Es ist ganz einfach: Man nehme den 111-Tage-Durchschnitt und den 350-Tage-Durchschnitt (letzteren multiplizieren wir mit 2). Das Verkaufssignal entsteht nun, wenn der kürzere Durchschnitt den längeren von unten nach oben schneidet. Genau dazu kam es diese Woche.

Ist das also das Top? Muss man jetzt raus? Klare Antwort: wir wissen es (noch) nicht. Nur weil etwas 3 mal funktioniert hat, muss es nicht auch beim 4. Mal funktionieren.

Generell wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zeigen, dass ein gradueller Ausstieg sinnvoller ist, als eine binäre Alles-oder-Nichts-Allokationsentscheidung. Ich beobachte daher den Bullenmarkt weiter und schaue mir die Summe aller Indikationen an: den Chartverlauf selbst (Swinghoch/tiefs, Fibo-Targets, Divergenzen) sowie On-Chain-Indikatoren wie MVRV Z-Score, Puell usw. Eine erste Warnung haben wir, vielleicht ist auch der “Börsengang” von Coinbase am morgigen Mittwoch ein weiteres Puzzlestück. Let`s see.

Bitcoin: Neues Allzeithoch rückt näher

Der Bitcoin-Kurs durchlief zuletzt eine lehrbuchmäßige Korrektur und drehte im Bereich des 61,8er Fibonacci Retracements wieder gen Norden. Aktuell bei 57.950 USD. Was darf man als nächsten Schritt erwarten? Den Ausbruch über das bisherige Hoch bei rund 61.700 USD und anschließend einen Run bis ca. 67.800 USD.

Das langfristige Bild ist weiter bullish, wenngleich immer mehr Indikatoren (Charttechnik + Onchain) in den überhitzten Bereich reinlaufen. Sobald in den nächsten Wochen die runde 100k-Marke erreicht werden sollte, rechne ich mit einem Top. Die Geschichte dürfte sich auch dieses Mal reimen 😉

DAX mit Stärke gegenüber US-Markt. Ziel 17.200!

Während die ganze Welt auf US-Techwerte schaut, passiert auf der anderen Seite des Teichs etwas Überraschendes: Ja, der DAX ist nach oben ausgebrochen, trotz der Schwäche des US-Marktes. Damit bleibt es wie bereits Ende Dezember beschrieben bei folgenden Zielzonen, solange er nicht wieder unter 13.300 fällt und einen Fehlausbruch generiert:

  • 15.300-15.500 Punkte
  • 17.200-17.700 Punkte

Und hier das große Bild:

Techaktien im freien Fall, Cryptos steigen!

Seit Anfang März zeigt sich eine klare Divergenz zwischen Aktien (v.a. Techwerten) und Kryptowährungen. Während erstere auf die Mütze bekommen (“Schuld” sind natürlich die steigenden Zinsen, na klar), ziehen Bitcoin und Co. wieder an.

Hier der prozentuale Vergleich zwischen dem Nasdaq 100 ETF und BTCUSD:

Schauen wir auf Bitcoin in USD. Hier sieht man einen abgeschlossenen Pullback fast bis an das vorangegangene Januarhoch (gleichzeitig etwa 50% Retracement). Seit Anfang März steigt BTCUSD und notiert aktuell bei rund 54.200 USD.

Gelingt in Kürze der Ausbruch auf ein neues Allzeithoch, kommen die langfristigen Zielzonen ins Spiel:

  • 72.000 bis 73.000 USD
  • 104.000 bis 116.000 USD

Kommen wir zur Nr. 2 im Kryptospace: Ether. Auch hier gab es eine deutliche Korrektur – von über 2.000 USD auf unter 1.300 USD. Erst im Bereich des 61,8er Retracements und der Januarhochs kam wieder Kaufinteresse auf. Aktuell notiert ETHUSD wieder über 1.800 USD.

Gelingt der Ausbruch über die 2.040er Marke und ist dieser nachhaltig, sollten die folgenden Ziele ins Visier genommen werden:

  • 2.250 USD
  • 3.590 USD

Hoch lebe der FED-Put!

Was für ein Tag gestern. Kam es zur Eröffnung zu massiven Einbrüchen vor allem bei den heißgeliebten (und hoch bewerteten) Growth-Aktien, denen der jüngste Zinsanstieg so gar nicht schmeckt, so kam es relativ schnell zu einem Reversal. Geholfen hat hier die Supportzone beim S&P 500 als auch das Wording von Mr. Powell:

Und so kam es bei fast allen Aktien zu Hammer-Formationen, hier Tesla als Beispiel. Die Spanne vom Low bis zum High lag gestern bei rund 100 USD.

Blicken wir auf den Gesamtmarkt – hier der S&P 500. Dieser rettete sich ausgehend vom unteren Trendkanal wieder nach oben und schloss sogar im Plus, während das Tagestief zeitweise bei fast 2 Prozent lag. Fällt der Index unter 3.790, ist mit einem Rückfall auf die Ausbruchszone bei 3.550/3.600 zu rechnen.

Bitcoin und Ethereum – was sagen die Fibonacci-Ziele?

Bisher wurden alle hier genannten Ziele abgearbeitet, zuletzt die 50k-Marke. Grund genug, sich die Frage nach den weiteren POTENZIELLEN Kurszielen zu stellen. Fragen wir Fibonacci 😉

Für Bitcoin sehe ich aufgrund der Extension der letzten beiden Abwärtsmoves nach oben zwei wichtige Zielzonen. Letztere wäre “optimal”, um das Peak in diesem Zyklus zu markieren – Stichwort nächste 10er Potenz und “round number”.

  • 72.000 bis 73.000 USD
  • 104.000 bis 116.000 USD

Bei Ethereum, der Nr. 2 im Crypto-Universum, sieht die Lage bullish aus. Zuletzt gelang der Ausbruch auf ein neues Allzeithoch. Aus Sicht der Fibo-Extensions lassen sich folgende Zielzonen ableiten:

  • 2.250 USD
  • 3.590 USD

Trotz der wahrscheinlichen Rallyefortsetzung sehe ich die derzeitigen Kurse persönlich für Neueinsteiger nicht wirklich attraktiv. Man muss bedenken: Zwar ist eine Verdopplung bis zum Sommer/Herbst realistisch, gleichzeitig droht aber auch jederzeit ein Rückschlag von 50%. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist also nicht sonderlich gut. Klar, man kann auch einen Stop unterhalb der Elon-Kerze bei rund 38k platzieren und mitreiten. Das Risiko, inmitten einer hohen Vola ausgestoppt zu werden, ist aber hoch. Von daher: Gruß an alle Früheinsteiger und Geduld allen, die noch an der Seitenlinie warten.

Von 2 auf 1.000 Milliarden. In 6 Jahren.

Die Rede ist von der gesamten “Marktkapitalisierung” aller Kryptowährungen. Noch im Jahr 2015 lag diese bei ca. 2 Mrd. USD, Anfang 2021 wurde die magische Billionengrenze geknackt.

Maßgeblichen Anteil daran haben natürlich die beiden Platzhirsche Bitcoin (63% Anteil am gesamten Kuchen, siehe unten in orange) und das derzeit stark steigende “Währung” Ether (17%).

Bei Bitcoin sieht die Lage nach der erfolgreichen Korrektur (siehe 50% Retracement) wieder konstruktiv aus.
Solange die Kryptowährung oberhalb 28.800 USD notiert, ist mit einem Run bis 42.000 USD zu rechnen.
Weitere Ziele liegen bei 45.600 und 50.160 USD.

Let`s ride!

S&P Future und VIX als Timing-Hilfe

Vor wenigen Tagen sah alles nach einem möglichen Einbruch am US-Markt aus. Heute wissen wir, dass der Bärenangriff schon wieder ad acta zu legen ist – fürs Erste.

Es gibt viele Möglichkeiten, das kurzfristige Geschehen zu bewerten und daraus Szenarien für das eigene Trading oder Hedging abzuleiten. Ich möchte hier aufzeigen, welches Setup ich unter anderem für die tägliche Analyse nutze: den ES (also den S&P 500 Future) im 4-Stundenchart und dazu den VIX, also die aus Optionspreisen abgeleitete implizite Volatilität des Marktes. Einfach ausgedrückt: der Panikindikator. Wer sich den VIX über lange Zeiträume angeschaut hat, stellt eines fest: es gibt wohl kaum eine andere Zeitreihe an den Finanzmärkten, die einen so starken Mean-Reversion-Charakter hat. Steigt der VIX also massiv an, so dreht er relativ schnell wieder gen Süden. Der Grund: Die Masse der Marktteilnehmer kann nicht lange im Panikmodus verharren, sie hält es einfach nicht aus.

Genau aus diesem Grund macht es Sinn, den Index selbst (inkl. RSI) und den VIX zu betrachten. Die Entwicklung an diesem Montag zeigte nämlich folgendes:

  • Der ES hat am 1. Februar 2021 einen Support bei rund 3.650 erreicht und diesen mit einem Hammer bestätigt;
  • dazu wurde eine positive Divergenz im RSI generiert, die zumindest einen Bounce erwarten ließ
  • der VIX, der bereits am 21. Januar außerhalb seines Bollinger Bandes schloss, lieferte einen zweiten Spike am 29. Januar 2021, um dann aber wieder innerhalb der Bänder zu schließen. Die Panik war vorbei.

Hier der Chart (zum Vergrößern einfach anklicken)

Gerade die Kombination verschiedener Werkzeuge kann uns dabei helfen, die Wahrscheinlichkeit etwas zu unseren Gunsten zu verbessern. Nur darum geht es schließlich langfristig. Wer eine Glaskugel sucht, sollte zum Wahrsager 😉

GameStop – did the game stop?

Was schief gehen muss, geht auch schief. Der fantastische Anstieg bei GameStop würde nicht lange halten, das war klar. Jetzt kommt die Rechnung. Allein heute geht es um über 60% abwärts.

Damit ich dieses schöne Schauspiel auch noch in ein paar Jahren betrachten kann, hier die beiden Charts:

..und hier der Zoom. Ist das eigentlich ein neues Candlestick-Pattern? 😉

Wenn die Leute spinnen…

…dann machen manche Broker das hier:

Und hier der “Grund” dafür: Die (vor allem) Privat”anleger”/zocker spielen gerade ein hübsches Spiel mit der Aktie von GameStop. Der extreme Anstieg (fast 3000% in drei Monaten) stellt sogar die besten Kryptowährungen in den Schatten. Kein Wunder also, dass alle dabei sein wollen. Der Lambo ist quasi schon bestellt!

Wo das Ganze enden wird, ist klar. Fortsetzung folgt.

Bitcoin – Korrektur aufs 38er Fibonacci

4.1.2021 / 14.17 Uhr

Mitte Dezember berichtete ich an dieser Stelle über den Breakout über die 20.000er Dollarmarke, jetzt notiert der Bitcoin 50% höher. Das genannte Kursziel bei 30k wurde damit erreicht – schneller als gedacht.

Was wir heute sehen, ist eine mehr als verdiente Korrektur an das 38er Fibonacci Retracement. Intraday ging es exakt bis 27.700 runter, bevor die Käufer wieder das Zepter übernahmen. Ob das gestrige hoch bei rund 34.800 für die kommenden Tage und Wochen DAS Hoch markieren wird, ist nicht klar. Aber:
Solange der BTC oberhalb 20.000 USD notiert, bleibt der langfristige Trend bullish.

Die nächsten potenziellen Zielbereiche liegen gemäß Fibo-Extensions bei 36.200 / 46.400 USD.

DAX am Allzeithoch – Platz bis 17.000?

30.12.2020 / 10.40 Uhr

Lange hat er sich Zeit gelassen, aber nun ist es vollbracht: Der DAX hat ein Allzeithoch erreicht und dürfte dieses Jahr mit dem höchsten Schlusskurs seiner Geschichte beenden. Das Event des Jahres war natürlich der große Pullback an den Mega-Support 8.100/8.200, der eine wunderbare Kaufchance für diejenigen bot, die sich an Fakten (Angebot und Nachfrage) und nicht an Gefühlen/Nachrichten orientieren.

Eine Frage, die sich jeder nach diesem aufreibenden Jahr stellt: Wie wird 2021 ausfallen? Wir alle wissen es nicht, aber wir können Szenarien entwerfen. Und hier kommen die Fibonacci-Extensions ins Spiel.

Auf dem folgenden Monatschart habe ich alle großen Crashes genommen und Extensions angelegt. Die sich daraus ergebenden POTENZIELLEN Zielzonen auf der Oberseite lassen sich in zwei Regionen zusammenfassen:

  • 15.300-15.500 Punkte
  • 17.200-17.700 Punkte

Solange der DAX oberhalb der 11.400 notiert, ist mit einem Erreichen der o.g. Zonen zu erwarten. Der große Aufwärtstrend ist schließlich weiter intakt. Unter 11.400 ist mit einem Test der 10k bzw. erneut ein Abrutschen in den Bereich 8k zu rechnen.

..und damit wir in 12 Monaten einen Vergleich ziehen können, hier die 2021er Prognosen für den DAX, Dow und Co. (Quelle: FAZ):

Ich wünsche euch allen ein frohes und vor allem gesundes Jahr 2021 – und natürlich auch ein gutes Händchen bei den Investment-/Tradingaktivitäten 🙂

S&P 500 – Es riecht nach einer Korrektur

10.12.2020 / 15.00 Uhr

Die US-Futures zeigen sich heute etwas schwach auf der Brust. Steht eine wohlverdiente Korrektur an? Wenn man das gestrige Reversal am 127er Fibo betrachtet, sieht es ganz danach aus. Wo liegen potenzielle Korrekturziele?

  • 3.530-3.550
  • 3.400-3.420

Dort sollten die Bullen wieder das Zepter in die Hand nehmen.

Tesla-Aktionäre feiern Einzug in den S&P 500 – Wo liegen die Kursziele?

17.11.2020 / 15.38 Uhr

Die Tesla Aktie springt heute zweistellig nach oben und feiert damit den nun endgültig besiegelten Einzug in den S&P 500. Charttechnisch sind die nächsten Ziele gesteckt: Sobald das bisherige Hoch bei rund 500 USD geknackt wird, sollte es zügig bis 570 USD gehen.

Auf Sicht der kommenden Quartale/Jahre könnte sich die Indexaufnahme meines Erachtens aber eher negativ auf die relative Performance auswirken (mehr dazu hier). Aber bei dieser Marktkapitalisierung ist ein striktes Risikomanagement ohnehin das A und O.

Verrückter Montag – Rückschau auf den gestrigen Outlier Day

Der gestrige Montag verdient schon fast das Adjektiv “historisch”:

 

Die Hoffnung auf einen Impfstoff ließ Investoren und Trader vor allem bei den Verlierer-Branchen des laufenden Jahres zugreifen, während Lieblinge abgestraft wurden. Nach dem Motto: raus aus Delivery Hero und Shop Apotheke, rein in TUI, MTU Aeroengines und Kreuzfahrtaktien. Der DAX sprang 5 Prozent nach oben über die 13.000er Marke, während Gold als sicherer Hafen in gleicher Höhe Kursverluste verzeichnete. Mal wieder war das 61,8er Retracement beim DAX bei rund 11.400 DAS Pullback-Signal schlechthin (Pfeil im Chart unten).

 

 

Die Rotation “Covid-Winner raus, Covid-Loser rein” lässt sich sehr gut an der gestrigen Entwicklung der S&P 500-Werte ablesen:

 

 

Wer sich ein umfassendes Bild vom gestrigen Handelstag machen möchte, dem empfehle ich folgende Chart-Collection – bitte den Kaffee nicht vergessen 🙂

www.zerohedge.com/markets/covid-cure-creates-chaos-tech-wrecks-bonds-bloodbath-momo-massacred

 

S&P 500 Update 3.11.2020

Der S&P 500 hält sich bisher über dem klaren Support bei 3.200. Solange dieser nicht unterschritten wird, dürfte mit Überwindung der 3.400er Zone der Run auf neue Allzeithochs starten. Geht es unter die 3.200, darf mit einem Fall bis 3.020/3.050 gerechnet werden.

Hilfe, wann endet der Downmove?

29.10.2020 / 10.49 Uhr

Die Aktienmärkte spielen derzeit den Herbst-Blues und der VIX steigt dynamisch an. Ein wenig bekannter Index auf den VIX selbst – also die Vola des Volaidnex (VVIX), kann Abhilfe schaffen, wenn es um die Erkennung von Tiefpunkten an den Aktienmärkten geht. Hier die Übersicht beider Indizes seit 2013:

  • beim VIX sind Werte von ca. 50-55 gute Anzeichen für ein potenzielles Ende einer Korrektur
  • in Panikfällen (siehe März 2020 oder Finanzkrise 2008) stieg der VIX auch gerne mal bis ca. 90
  • beim VVIX (leider erst seit 2013 verfügbar) waren bisher Werte von ca. 200-210 gute Hinweise für ein Ende des Selloffs

Keine Panik – S&P 500 Korrektur ist gesund

28.9.2020 / 9.16 Uhr

Der US-Aktienmarkt hat seit Anfang September kräftig Federn gelassen und damit die hohen Gewinne vom August ausradiert. Auch wenn allseits von einem neuen Crash die Rede ist – es handelt sich um eine normale Korrektur, die eine gutes Luftablassen darstellt, um den Uptrend wieder aufzunehmen. Schauen wir uns den Verlauf des wichtigsten Aktienindex der Welt an:

  • das 61,8er Fibo Retracement wurde exakt abgearbeitet (ca. 3.200)
  • genau dort kam es am Freitag zu einer bullishen Reaktion
  • gemeinsam mit dem Hoch vom Juni markiert die Zone eine wichtige Unterstützung

Fazit: Die Korrektur könnte bereits erledigt sein und ein neuer Upmove kann starten. Sollte es allerdings unter 3.200 gehen, ist mit einer Ausdehnung der Korrektur bis zur SMA 200 bei rund 3.110 zu rechnen.

Eli Lilly mit schönem Setup!

3.9.2020 / 10.54 Uhr

Die Aktie Eli Lilly (LLY) weist aktuell ein vielversprechendes Setup auf – ganz nach meinem Geschmack:

  • langfristig im Uptrend (rechts: Wochenchart)
  • seit Juli in einer ruhigen Korrektur
  • nun Rückkehr zur SMA 200 (links: Tageschart)
  • RSI im Daily mit positiver Divergenz, im Weekly mit viel Luft nach oben

Wenn die Käufer hier also nicht zuschlagen und für einen neuen Aufwärtsimpuls sorgen, dann weiß ich auch nicht mehr. Der Anfang wurde gestern jedenfalls gemacht (Bullish Engulfing). Wichtig nur: unter 143 USD sollte die Aktie nicht mehr zurückfallen.

Verisign – Ready für den Ausbruch!

01.09.2020 / 13.49 Uhr

Die Verisign-Aktie konsolidiert seit mehreren Monaten in einer engen Range oberhalb der SMA 200 und dürfte in Kürze den Versuch starten, das Sommerhoch von 2019 herauszunehmen. Gelingt der Breakout über 222 USD, lauten die nächsten Ziele 235 USD und 260 USD. Als Stop bietet sich der Bereich bei 198 USD an.

DAX, SPX und Nasdaq 100 – Wo liegen die großen Ziele?

14.05 Uhr

Der S&P 500 hat es vor wenigen Tagen geschafft – er hat das bisherige Allzeithoch bei rund 3.400 Punkten hinter sich gelassen und befindet sich damit auf dem Weg zur nächsten Zielmarke bei 3.720 Punkten.

Aus Sicht der Vogelperspektive – hier ziehe ich den Monatschart samt Fibo Extensions heran – wartet die übergeordnete Zielzone noch etwas weiter oben, nämlich bei rund 3.950 bis 4.130 Punkten. Dort könnte der laaaaange Bullenmarkt sein Ende finden oder zumindest in einer größere Korrektur übergehen.

Beim Nasdaq 100, dem klaren Leader in Sachen Performance und Momentum, sieht es nach einer Fortsetzung der Rallye bis zum nächsten Target bei 14.500 bis 15.300 Punkten aus. Aktuell notiert der Tech-Index bei knapp 12.000 Punkten.

Beim DAX sieht die Lage etwas anders aus: Obwohl der Index Dividenden berücksichtigt, ist er noch nicht über das Allzeithoch hinausgekommen. Eine klare Underperformance also. Gelingt der Sprung über die 13.800, wäre der Weg bis zur nächsten Fibo-Zielzone bei 15.000/15.400 frei. Unter 12.600 sollte der deutsche Leitindex aber nicht mehr rutschen, sonst droht eine Bärenattacke!

Apple erreicht Kursziel bei 514 USD – Perfekt für Gewinnmitnahme?

24.8.2020 / 16.01 Uhr

Am 3. August wurde an dieser Stelle das 261,8er Fibo-Ziel bei 514 USD ausgerufen – heute wurde es erreicht. Wahnsinn, die Aktie stellt mit über 2.000.000.000.000 USD Marktkapitalisierung die größte Aktie der Welt dar und die einzige mit über 2 Billionen USD Marktwert. Das entspricht übrigens etwa dem Wert aller DAX- und CAC40-Werte.

Auch wenn der Chart weiterhin einen klaren Uptrend anzeigt – hier hinterherzulaufen lohnt sich nicht, dafür ist der Abstand zur 200-Tage-Linie z.B. viel zu groß. Eine (Teil)Gewinnmitnahme kann hier also nicht schaden.

Autodesk – Ausbruch läuft an!

18.8.2020 / 15.44 Uhr

Die Autodesk-Aktie unternimmt aktuell einen Ausbruchsversuch aus der bullishen Konsolidierungsformation. Das große Bild stimmt: Uptrend völlig intakt, bisheriges Jahreshoch vom Februar bei 211 USD liegt unter dem aktuellen Kurs, was will man mehr? Das nächste Target wartet bei 265 USD.

Amgen – ready to take off!

14.8.2020 / 8.51 Uhr

Der US-Biotechsektor befindet sich seit längerer Zeit im Höhenflug. Amgen ist eines der Schwergewichte und bietet aktuell eine interessante Ausgangslage: Der Aufwärtstrend ist intakt, die Korrektur seit Anfang Juli hat den RSI abkühlen lassen und die bullishe Kerze am Mittwoch zeigt, dass die Käufer wieder gewillt sind, für steigende Kurse zu sorgen. Gestern schloss die Aktie bei 240,46 USD. Solange die 230er Zone nicht per Schlusskurs unterboten wird, bietet sich jetzt eine gute Long-Chance mit den Zielen 263/264 und später 279 bzw. 287 und 296 USD.

Delivery Hero – Lieferant weiterer Kursgewine im DAX?

13.8.2020 / 9.21 Uhr

Der Essenslieferant kommt schon bald in den DAX und Wirecard muss das Feld räumen. Grund genug, sich mal den Chart anzuschauen.

Über eine lange Kurshistorie verfügt das im Jahr 2011 gegründete Unternehmen noch nicht, aber eins ist klar: Der Uptrend ist völlig intakt.

  • Der Ausbruch Ende 2019 wurde dieses Jahr während des Corona-Crashs mit einem Bilderbuch-Pullback bestätigt.
  • Seitdem hat sich der Kurs fast verdoppelt und notiert nur unweit des Allzeithochs.
  • Solange die 81er Zone nicht unterboten wird, sollte sich der Aufwärtstrend fortsetzen.
  • Schaffen die Bullen den Break über 106 Euro, eröffnet sich weiteres Potenzial bis 117 und 133 Euro.

DAX: Allzeithoch rückt näher!

11.8.2020 / 13.24 Uhr

Der DAX hat sich in den letzten Tagen an der SMA 200 gefangen und zog wieder nach oben. Heute rückt der Index dynamisch vor und überschreitet die runde 13.000er Marke. Damit bleibt es bei der Aussage: Next target bei 13.270, dann 13.730 (161er Fibo) sowie am Allzeithoch bei rund 13.800.

Wichtig: Unter 12.250 dagegen ist Crash-Time und es geht bis 11.250 oder gar 10.300!

Visa – Ausbruch “in the making”?

6.8.2020 / 12.01 Uhr

Die Visa-Aktie bewegt sich wie Konkurrent Mastercard seit vielen Jahren in einem starken Bullenmarkt. Während des Corona-Crashes ging es allerdings von 214 auf 134 USD nach unten. Aktuell notiert die Aktie bei 196 USD und bewegt sich Anfang Juni in einem engen Band und das oberhalb der SMA 200.

Gelingt der Breakout über 202 USD, dürfte ein schneller Move bis 214 und 236 USD folgen. Stop bei 186 USD.

Ballard Power – Pullback erledigt, jetzt…

4.8.2020 / 9.30 Uhr

Das Thema Wasserstoff ist in aller Munde. Ballard Power zählt hier zu den Großen und befindet sich seit Ende 2018 in einem steilen Aufwärtstrend. Der jüngste Pullback an das Februarhoch und gleichzeitig das 61,8er Fibo bietet eine lehrbuchmäßige Chance für alle Nachzügler. Die erste Reaktion zeigt, dass die Bullen es hier ernst meinen. Bis zum Jahreshoch bei 21,60 USD ist jedenfalls reichlich Platz. Geht es darüber, kann theoretisch eine explosionsartige Rallye starten mit Zielen bei ca. 29 und 40 USD.

Unter 13,50 USD sollte die Aktie dafür aber nicht mehr fallen.

Apple – Wie weit steigt die Aktie denn noch?

3.8.2020 / 16.31 Uhr

Mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen am vergangenen Freitag ging die Aktie über die 400-Dollar-Marke (dort wartete ein Widerstand in Form der 161,8er Fibo Extension) und damit auf ein neues Allzeithoch. Heute notiert der Wert bei 438 USD. Wer investiert ist (und im Corona-Crash hoffentlich zugegriffen hat), bleibt dabei und setzt auf das nächste große Target bei 514 USD. Dafür sollte die Aktie allerdings nicht mehr unter die 400er Marke zurückfallen.

AMD – Ziel erreicht!

29.7.2020 / 15.35 Uhr

Die AMD-Aktie steigt heute nach dem positiven Quartalsbericht um 12% und notiert über 76 USD. Der Fibonacci-Zielbereich ist erreicht, perfekt für eine Teilgewinnmitnahme, schließlich ist die Aktie jetzt etwas zu weit vom SMA 200 entfernt.

Updates zu AMD und Bitcoin

27.7.2020 / 8.50 Uhr

Die zuletzt vorgestellten Ideen bereiten viel Freude: AMD zog am Freitag um 16% nach oben und schloss die Woche bei bei 69,94 USD ab – und das trotz des schwächelnden Gesamtmarktes 🙂 Die nächsten Zielzonen liegen bei 73 bis 76 USD. Morgen nach Börsenschluss kommen die Quartalszahlen – hier könnte es wilde Sprünge geben.

Auch bei den Kryptos läuft es nach einer sehr ruhigen Phase wieder rund. Der Bitcoin hat bereits das erstgenannte Ziel bei 10.350 USD erreicht. Next target: 10.950.

DAX: Allzeithoch, wir kommen!

21.7.2020 / 9.42 Uhr

Die Rallye am US-Aktienmarkt befeuert die Kurse auch hierzulande und lässt den DAX über den harten Widerstand von 12.900 ausbrechen. Heute früh notiert der Leitindex bei 13.230 und hat fast das 127er Fibo-Target erreicht. Das nächste Ziel wartet bei 13.730 (161er Fibo) sowie am Allzeithoch bei rund 13.800. Voraussetzung dafür: kein Abtauchen mehr unter 12.900!

..und was, wenn es über das ATH geht? Dann lautet das nächste Ziel 15.300 (127er Fibo).

Kraft Heinz – Große Trendwende voraus?

17.7.2020 / 9.06 Uhr

Die in den letzten Jahren stark gebeutelte Aktie von Kraft Heinz hat gestern ein bullishes Signal generiert.

Aus Sicht des Wochencharts liegen die potenziellen Erholungsziele..

  • bei ca. 38 USD (23er Fibo)
  • 41,50 USD (altes Swing Low)
  • ca. 50 USD (38er Fibo)

Als Stop zur Risikoabsicherung bietet sich die 29,70er Zone an.

AMD – Breakout voraus!

10.7.2020 / 13.54 Uhr

Die AMD-Aktie zog gestern deutlich an und schloss bei 57,26 USD.

  • Die Range der letzen Monate, deren Unterseite bei 49,00 bis 49,20 USD verläuft, bietet ein gutes Stop-Level.
  • Nach oben entsteht ein Long-Signal, wenn der Ausbruch über 59,30 USD gelingt.
  • Ziele dann: 65,40 und 73,10 USD.

NEL im Höhenflug – jetzt hoch bis 29 NOK?

9.7.2020 / 16.33 Uhr

Wasserstoffaktien sind im Trend und gerade unter Retailinvestoren beliebt – so sehr, dass selbst Unternehmen ohne Umsatz zweistellige Milliardenwerte an Marktkapitalisierung erreichen. Bei Nel ASA sieht es – was das Umsatzwachstum anbelangt – schon anders aus, auch wenn die Gewinne noch auf sich warten lassen. Ein Blick auf den Chart zeigt, dass der Trend klar nach oben weist. Mehr als den RSI braucht man in solch einem Trendumfeld nicht.

Wohin die Reise gehen kann, beantwortet uns das Fibonacci Level. Solange die Aktie über 17,80 NOK verweilt, ist mit einem Run bis ca. 29 NOK zu rechnen. Ein “richtiger” Pullback bis 15,50 bzw. 13,40 wäre mir persönlich vor einem Einstieg aber lieber 😉

Der Mann hinter “House of Wirecard” – Videointerview

8.7.2020

Der Fall Wirecard hat seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher. Nach dem Zusammenbruch wird natürlich viel über die Lehren und mögliche Konsequenzen diskutiert und geschrieben. Dabei hätte man einfach einem Mann zuhören und dann etwas genauer in die Zahlen schauen sollen. Dan McCrum ist der Mann hinter der “House of Wirecard”-Artikelserie, die schon rechtzeitig auf Probleme bei Wirecard hingewiesen hatte. Doch keiner hörte hin.

Hier ein ausführliches und spannendes Interview mit ihm, das ich auf Finanz-Szene.de gefunden habe.

Finanz-Szene.de Interview with Dan McCrum from Christian Kirchner on Vimeo.

DAX 7.7.20: Resist 12.900 wirkt

9.27 Uhr

Der DAX ist gestern bei 12.842 und damit kurz vor der 12.900er Widerstandsmarke gescheitert. Heute früh notiert der Index bei 12.580 Punkten und ist damit auf bestem Wege, das gestrige Upgap zu schließen.

Fazit: Solange die 12.900 nicht überschritten wird, sollten Trader nicht zu gierig werden, die Gefahr eines Doppeltops im Bereich DES Widerstands schlechthin ist nämlich gegeben. Solange der Index oberhalb 11.700/11.900 notiert, sollten sich die Bären allerdings noch nicht zu früh freuen.

DAX – Neutrale Auspendelphase

30.6.2020 / 8.36 Uhr

Der DAX bewegt sich seit einigen Tagen seitwärts und schloss gestern bei 12.232.

  • Kurzfristig bietet der Bereich 11.900 einen Support. Solange der Index oberhalb dieser Zone verweilt, ist ein Retest der 12.900er Widerstandszone weiterhin auf der Agenda.
  • Ein Breakout büer die 12.900 bringt das Allzeithoch wieder ins Spiel.
  • Geht es unter 11.900, wartet bei ca. 11.540 das 50er Retracement.
  • Bei 11.210 verläuft die 61,8er Retracement, dazu kommen zwei Hochs vom April/Mai, die sich wunderbar als Pullbackzone und damit als Nachkaufgelegenheit eignen würden.

Newmont Mining: Aufwärtsimpuls voraus

22.6.2020 / 15.46 Uhr

Die Goldminen Aktie Newmont Mining (NEM) steht technisch gesehen vor einem neuen Kursanstieg. Mit dem Pullback an die 52,50er Dollarmarke hat die Aktie eine gute Basis für den Upmove geschaffen. Gelingt der Break über die 60er Marke, ist Potenzial bis 69 bzw. 72,30 USD vorhanden.

Unterhalb 52,50 ist mit einem Rückfall bis 47 USD zu rechnen.

Gratulation, Elon – Tesla steigt über 1000 USD

10.6.2020 / 17.00 Uhr

Zur Tesla-Aktie habe ich Anfang Februar einen Kommentar veröffentlicht. Dort wurde zum Einen auf das hohe Downside-Risiko hingewiesen, als auch ein theoretisches Kursziel von 1.034 USD. Witzigerweise wurden beide Dinge Realität, auch wenn damals noch keiner wissen konnte, wie schnell der Corona-Crash ablaufen würde.

Schön und gut, aber wo stehen wir jetzt und wie weit kann die Aktie noch steigen? Ein Blick auf die Fibos zeigt folgende Etappenziele:

  • 1137 USD (127er Fibo)
  • 1351 USD (161er Fibo)

Wichtig für die Bullen ist jetzt, dass die Aktie möglichst nicht mehr unter 970 USD zurückfällt, ansonsten könnte das Ganze auch ganz schnell zum Fakeout mutieren.

Aber mal was ganz anderes: Wer hatte eigentlich den Mut, den Bilderbuch-Pullback an die  370/380er Zone inkl. SMA-Kiss für einen Long Entry zu nutzen? Ich leider nicht 🙁

Statstik: Wie verhält sich der Aktienmarkt in Rezessionsphasen?

13.1.2019

Folgende Grafik habe ich im Jahresausblick 2019 von KKR gefunden. Die Tabelle beantwortet folgende Fragen:

  • Wann war das Top beim S&P 500?
  • Wann begann offiziell die Rezession?
  • Wann war die Rezession zu Ende?
  • Wann markierte der Aktienmarkt sein Tief?

Dazu gibt es alle Informationen zum jeweiligen Kursverlust vor Beginn der Rezession, während der Rezession und die jeweilige Länge in Monaten. Das letzte große Top beim S&P 500 war am 9. Oktober 2007. Bis zum Start der Rezession (Ende Januar 2008) verlor der Aktienindex 13,4%. Während der Rezession selbst ging es nochmals 27,2% nach unten. Wichtigste Message: Der Aktienmarkt antizipiert Rezessionen im Schnitt 8-9 Monate im Voraus – ein Grund, warum man sich auf die Price Action und nicht auf Konjunkturindikatoren verlassen sollte.

Quelle: KKR, “Outlook for 2019: The Game Has Changed”

 

“Vorsicht vor Charttechnikern” – Eine Kritik

12.2.2017 / 15.00 Uhr

technischeanalyse_schafe

Bild von Davide Ragusa

Vergangene Woche erschien in der FAZ ein kritischer Beitrag über die Technische Analyse (hier gehts zum Originalbeitrag “Vorsicht vor Charttechnikern”). Darin beschreibt Professor Beck von der Hochschule Pforzheim, weshalb diese Disziplin aus seiner Sicht keinen Mehrwert bringt. Ein guter Anlass, sich an dieser Stelle mit dem Thema auseinanderzusetzen. Nachfolgend eine kommentierte Übersicht der wichtigsten Argumente aus dem Beitrag:

“An den Finanzmärkten nennt man diese Art der Prognose „Technische Analyse“. Der Begriff bezeichnet ein buntes Sammelsurium verschiedener Techniken und Methoden, denen gemeinsam ist, dass sie versuchen, in der Vergangenheit Muster zu finden, die sich in der Zukunft so wieder ereignen werden. “

Stimmt. Mehr als die Vergangenheit steht dem Technischen Analysten nämlich nicht zur Verfügung. Das gilt auch für alle anderen Disziplinen. Was hier allerdings vergessen wird, ist die Tatsache, dass alle verfügbaren Informationen – ökonomischer, politischer und psychologischer Natur – bereits im Kurs enthalten sind, auch Insider-Informationen. Und genau das macht die Preisinformation ja so wertvoll für die Analyse!

“Verfechter der Technischen Analyse verweisen auf die Gewinne, die mancher Analyst damit macht. Doch als Erfolgsausweis taugt dieses Argument nicht, unterschlägt es doch die vielen Technischen Analysten, die mit dieser Methode eine Bauchlandung hinlegen und mit ihr Verluste machen.”

Dass 100% der Anwender der Technischen Analyse deshalb auch automatisch profitabel handeln, ist nicht der Fall. Es kommt eben auch das Können, die Kompetenz und Disziplin an. In allen anderen Bereichen ist das aber nicht anders: Ist die Schulmedizin etwa wertlos, nur weil ein Teil der Mediziner bei OPs pfuscht oder Fehler bei der Diagnose macht?

Wichtiger Punkt: Aus meiner Sicht sollte man immer auch zwischen Analyst und Trader unterscheiden! Um Geld zu verdienen, sollte man einerseits die Technische Analyse verstehen, aber auch wissen, wie man die daraus gewonnenen Erkenntnisse gewinnbringend in die Tat umsetzt. Nur weil eine Trendlinie gebrochen wurde, heißt das nicht, dass wir bereits einen erfolgreichen Handelsplan haben. Denn weder der Stop, die Positionsgröße noch die Ausstiegsmethode sind damit definiert. Genau diese Punkte machen aber den Unterschied in der Performance.

“Auch der Hinweis, dass viele Wertpapier- oder Devisenkurse den gleichen charttechnischen Gesetzmäßigkeiten folgen, taugt wenig als Beleg für die Prognosekraft der charttechnischen Methode. Unter den Milliarden täglicher Kursdaten finden sich, durch den Zufall bedingt, Kursverläufe, die sich ähneln. Als Beweis für ewige, sich immer wiederholende Muster, die auf Gottes Plan deuten, taugt das nicht. Solange hinter dem Kursverlauf keine überprüfbare Theorie steht, muss man damit rechnen, dass dies schlichtweg Zufall ist.”

Der Faktor Zufall spielt eine große Rolle, völlig richtig. Wäre der Aktienmarktverlauf aber völlig zufällig (genau das lehrt die akademische Welt unter dem Begriff “Random Walk”), sollten die Renditen eines Marktes eine perfekte Glockenkurve ergeben, also eine Normalverteilung nach Gauß. Dies ist jedoch nicht der Fall. Wissenschaftliche Studien zum Momentum-Effekt belegen dies eindeutig. Kann jeder übrigens einfach in Excel nachrechnen – Stichwort Autokorrelation.

“Da sich die Methoden der Technischen Analyse zudem ja nach eigenem Bekunden auf jede Art von Skala anwenden lassen, lassen sich je nachdem, welche Skalierung man für die Achsen wählt (Stunden, Tage, Wochen, Monate), beinahe beliebig viele Muster finden. Psychologisch betrachtet, kann man hier auf den sogenannten Bestätigungsirrtum verweisen: Wer erwartet, bestimmte Muster in Wertpapierkursen zu finden, wird diese auch entdecken und ausschließen, dass es sich bei diesen Mustern um Zufall handelt.”

Diese Aussage stimmt, jedenfalls wenn es um die Anwendung spartanischer Werkzeuge wie Trendlinien geht, die oftmals von Anwender zu Anwender anders eingezeichnet werden oder um subjektive Kursmuster, die nicht quantitativ definiert werden können. Wenn man objektive Werkzeuge (z.B. Indikatoren, Swing Points) heranzieht und diese in einem 100% sauberen Regelwerk implementiert, lassen sich wirkliche Patterns extrahieren und das psychologische Problem des “Confirmation Bias” eliminieren.

“Nun bemühen Charttechniker gerne eine Erklärung für die Wirkung ihrer Disziplin. Charts, so das Argument, spiegeln menschliches Verhalten wider, und das wiederholt sich in bestimmten Situationen. Angesichts der Verschiedenheit des Charakters und Verhaltens des Einzelnen und eingedenk der Millionen Variablen, die dieses Verhalten und sein Umfeld beeinflussen, ist das eine optimistische Annahme – abgesehen davon, dass sich auch menschliches Verhalten über die Jahre ändert.”

Genau das ist ja auch eine der Prämissen der Technischen Analyse. Sie basiert u.a. auf der Annahme, dass bestimmte Muster auftreten und sich wiederholen (nicht exakt, aber in ähnlicher Form). Dies ist auf Emotionen wie Gier und Angst zurückzuführen. Ich glaube nicht, dass sich das Verhalten der Masse (und um die geht es an den Märkten, nicht den Einzelnen) großartig verändert, dafür sind diese zu stark über zu lange Zeiträume in unserer DNS eingebrannt worden worden. Wer den Kursverlauf des Neuer-Markt-Crashes mit dem Verlauf der Tulpenblase aus dem 17. Jahrhundert anschaut, weiß, was ich meine. Leider hat die Volkswirtschaftslehre verhaltenswissenschaftliche Ansätze, die die zentrale Bedeutung der psychologischen Komponente beschreiben, viel zu lange ignoriert. Und tut dies teilweise bis heute. Schade, dass die Erkenntnisse von Daniel Kahnemann und Co. noch nicht in dem erforderlichen Maße Einzug in die Volkswirtschaft halten.

“Bleibt als letzter Trumpf in Händen der Verfechter der Technischen Analyse die Idee der selbsterfüllenden Prophezeiung. Wenn alle Marktteilnehmer aufgrund einer bestimmten Chartsituation steigende Kurse erwarten, werden sie kaufen und damit die Kurse nach oben treiben. Allein der Glaube an die Wirkungsmacht der Technischen Analyse könnte dann aus ihr eine selbsterfüllende Prophezeiung machen. Allerdings funktioniert das nur, wenn alle Marktteilnehmer die Prognosen der Chartanalyse kennen und daran glauben. Auf große Aktienmärkte wie den Dax oder auf dem Devisenmarkt, auf dem Dollar und Euro gehandelt werden, dürfte das nicht zutreffen.”

Schwaches Argument. Hierfür reicht es schließlich aus, wenn bereits ein Teil der Marktteilnehmer an die Technische Analyse glaubt und danach handelt. Dass alle Marktteilnehmer die “Prognosen der Chartanalyse kennen und daran glauben” ist so gut wie unmöglich. An den Märkten tummeln sich nämlich immer sehr viele unterschiedliche Marktteilnehmer, die a) unterschiedliche Motive haben, b) unterschiedliche Analysemethoden verwenden und c) unterschiedliche Zeitrahmen handeln. Damit ein Kurs überhaupt entsteht, MUSS es immer einen Marktteilnehmer geben, der kaufen will und einen anderen, der verkaufen will.

“Unter dem Strich ist den Ideen der Technischen Analyse darum mit großer Skepsis zu begegnen. Umso mehr erstaunt es, dass diese Disziplin so viele Anhänger hat. Woran liegt das? Zum einen dürfte der Erfolg einiger Chartanalysten alle anderen Verfechter dieser Methode blenden – auch wenn der Erfolg wahrscheinlich rein zufällig zustande gekommen ist.”

Dass diese Disziplin aber so viele Anhänger hat (man siehe sich einfach in einem Handelsraum um), liegt meines Erachtens daran, dass wenige/keine alternativen Ansätze gibt, die hundertprozentigen oder zumindest höheren Erfolg versprechen – ganz nach dem Motto “the best neighbour in a bad neighbourhood”. Oder sind Fundamentalanalysen, Konjunkturprognosen oder Astrologie usw. etwa erfolgversprechender?

“Die Evolution hat unser Gehirn geschaffen für Tätigkeiten wie Jagen oder Sammeln, aber nicht für die Jagd nach Rendite. Zinsen, Bilanzen, Wechselkurse, die richtige Portfoliokonstruktion – das menschliche Gehirn ist nicht geeignet für solche Gedankenakrobatik, und noch weniger ist es geschaffen für die Komplexität moderner Finanzmärkte.”

Korrekt, genau diese Komplexität überfordert uns als Anleger und Trader und resultiert immer wieder in Fehlentscheidungen. Gerade deshalb ist es wichtig, den Einfluss von irrationalen Verhaltensmustern auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Das geht nur mit klaren, im Vorfeld getesteten Regeln und Maßnahmen zur Begrenzung des Risikos. Und genau dafür liefert die Technische Analyse viele sinnvolle Tools.

“Wenn ein Problem zu komplex wird, suchen wir lieber nach einfachen Lösungen, um uns die Welt so zurechtzubiegen, dass wir glauben, sie verstehen und bewältigen zu können. Würde sich der Mensch eingestehen, wie hilf- und ahnungslos er dem Wüten des Zufalls ausgeliefert ist, wäre er überfordert. Also sucht er nach einem Ausweg, um die Welt in seinen Augen überschaubar und beherrschbar zu machen. Verspricht die Analyse zudem das, was wir glauben möchten, erhöht sich das seelische Wohlbefinden zusätzlich.”

Klar, wir alle suchen nach Harmonie und unterliegen dem sog. Kontrollmotiv und zwar unabhängig davon, ob wir über den Ausgang der nächsten Wahl oder die Entwicklung eines Marktes spekulieren. Wir wollen das Gefühl haben, dass unsere Umwelt zumindest teilweise in unserer Kontrolle liegt. Genau deshalb macht es eben Sinn, einen Plan zu entwickeln, der auch geeignete Maßnahmen für den Fall einer Fehlprognose enthält (wobei die Technische Analyse aus meiner Sicht keine Prognosen macht, sondern Szenarien aus der Vergangenheit ableitet). Dass der Zufall an den Märkten eine große Rolle spielt, wissen übrigens die (meisten) Trader. Sonst würden sie bei jedem Trade “all in” gehen oder?

“Hier hat die Technische Analyse Charme: Mit einfachen Werkzeugen – Lineal, Bleistift und einer Liste technischer Kursformationen – ordnet man die verwirrende Welt der Finanzmärkte. Das Chaos weicht geometrischen Formen, die unser Gehirn zufriedenstellen, das nach solchen Mustern süchtig ist.”

Hier wird mal wieder der Fehler gemacht, dass die Technische Analyse allein auf Kursformationen und Linien reduziert wird. Der Werkzeugkasten technisch orientierter Trader ist in der Realität viel umfangreicher. Dafür sollte man sich aber schon etwas tiefgründer mit dem Thema befassen. Darüber hinaus entscheidet auch die richtige Anwendung und Kombination der Werkzeuge (Stichwort “Superadditivität”) in hohem Maße über Erfolg und Misserfolg. Glauben die Kritiker der Technischen Analyse im Ernst, dass ein professioneller Prop-Trader nur mit Trendlinien und Co. arbeitet?

In diesem Sinne: Die Technische Analyse ist alles andere als perfekt und schon gar nicht eine Glaskugel, die uns sagt, was morgen oder in einem Jahr an den Märkten passieren wird. Wir werden nie wissen, was die Zukunft bringt und das ist wohl auch gut so, sonst wäre das Leben zu langweilig. Um erfolgreich an den Märkten zu agieren, muss man die Zukunft aber gar nicht kennen, es geht vielmehr um das Herausarbeiten von Wenn-Dann-Szenarien und Wahrscheinlichkeiten, die gemeinsam das Ziel haben, das Timing beim Ein- und Ausstieg zu verbessern. Perfektion ist hier gar nicht das Ziel und auch nicht möglich, weil die Kapitalmärkte kein naturwissenschaftliches Phänomen wie die Berechnung des Sonnenaufgangs sind, sondern eine massenpsychologische Veranstaltung mit diversen Rückkopplungen und Noise – vor allem auf kurzfristigen Zeiteinheiten. Dafür haben wir ja Stops und die richtige Positionsgröße. Gewisse Dinge – z.B. Trends – tauchen an den Märkten aber immer wieder auf und können deshalb profitabel genutzt werden.

Es geht also gar nicht, die Technische Analyse zum Allheilmittel zu erklären oder andere Analysetechniken zu diskreditieren. So hat die Fundamentalanalyse aus meiner Sicht neben ihren Schwächen auch Stärken. Zu ersteren gehört allerdings der Timing-Faktor. Und gerade deshalb ist hat die Technische Analyse für Trader die Nase vorn.