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Volatilität: VIX und VDAX im 20-Jahres-Rückblick

23.09 Uhr

Die vergangene Woche brachte einen extremen Vola-Schock für die Aktienmärkte. Der VIX (US-Volatilitätsindex) stieg intraday über die 50er Marke, der VDAX (Vola-Index für den DAX) über die 40er Marke. Die Volatilität der Volatilität war dabei so hoch wie noch nie (weitere Details mit vielen Charts siehe ZeroHedge-Artikel hier). Grund genug, sich das Ganze aus der Vogelperspektive anzusehen.

Der nachfolgende Chart zeigt den VIX oben und den VDAX in der Mitte, der S&P 500 ist im unteren Subchart dargestellt. Wie man erkennen kann, finden derartige Vola Spikes nur alle paar Jahre statt.

  • In Bullenmärkten (noch befinden wir in einem) waren vergleichbare Panik-Levels gute Kaufgelegenheiten.
  • In einem Bärenmarkt (siehe z.B. 2001) kam es dagegen nur zu einem (wenn auch kräftigen) Bounce, der allerdings schnell verpuffte.
  • Die Finanzkrise 2007/2008 war ein Fall für sich – hier stieg die implizite Volatilität weit über das aktuelle Niveau – beim VIX über 80!.

 

Chart erstellt mit Tradesignal, www.tradesignal.com; Daten von Thomson Reuters Eikon

 

Chart Labor: True Range im historischen Vergleich

28.6.2016 / 13.20 Uhr

Das Brexit-Referendum sorgt derzeit für hohe Handelsspannen bei den Aktienindizes. Eine einfache Möglichkeit, die Volatilität auf Tagesbasis zu messen und von Aktienindex A zu Aktienindex B zu vergleichen, ist die True Range. “True” deshalb, weil nicht einfach die Differenz zwischen Hoch und Tief eines Handelstages, sondern auch die Größe der Gaps bei der Kalkulation berücksichtigt wird.

Die True Range ist also die jeweils größte der folgenden drei Situationen:
1.   Die Distanz vom heutigen Hoch zum heutigen Tief
2.  Die Distanz vom gestrigen Schluss zum heutigen Hoch
3.  Die Distanz vom gestrigen Schluss zum heutigen Tief
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Hier die Übersicht für den DAX und dem S&P 500 (SPY ETF als Proxy, um Gaps korrekt darzustellen) für die letzten 20 Jahre:

chartlabor_truerange

Interessant ist die Tatsache, dass der Spike am vergangenen Freitag an den US-Märkten deutlich milder ausfiel: Während der DAX eine True Range von 10,8% lieferte, lag dieser Wert am US-Markt bei “nur” 4 Prozent.

Die Korrektur im Herbst 2015 fiel da schon extremer aus: Sowohl in den USA als auch beim hiesigen DAX wurden Werte im Bereich von 8 Prozent gemessen.

chartlabor_truerange2015

Wozu braucht man die True Range im Trading?

  • Mit der True Range bzw. der Average True Range lassen sich Risikoparameter für Stops kalkulieren
    • je größer die Spanne, desto kleiner muss die Positionsgröße sein!
    • ab einem bestimmten Schwellenwert sollte das Trading eingestellt werden
  • Die True Range lässt sich auch für das Setzen von Kurszielen einsetzen

Alles in allem bietet die Betrachtung der True Range ein gutes Tool, um die Dynamik der jeweils herrschenden Marktphase bzw. verschiedener Handelsinstrumente beim Trading zu berücksichtigen. Selbstverständlich können auch verschiedene Time Frames untereinander verglichen werden – es macht schließlich einen großen Unterschied, ob man einen Wochen- oder z.B. Stundenchart handelt.

 

The day after – Wie könnte es heute weitergehen?

7.51 Uhr

Die US-Märkte gaben einen Großteil der Gewinne bis zum Handelsschluss wieder ab, es gab zahlreiche Circuit Breakers (Handelsunterbrechungen, siehe Limit Guide). Die Volatilität bleibt extrem hoch. Die Vola der Vola ist auf dem höchsten Stand aller Zeiten – doppelt so hoch wie damals bei Lehman Brothers:

VVIX:

Quelle: ZeroHedge

 

Alle Indizes schlossen immerhin an wichtigen Oktober 2014-Supports, die es nun zu halten gilt.

US-Indizes (daily):

usa240815close

Der DAX-Future zeigte sich gestern nachbörslich aufgrund der fallenden US-Indizes extrem volatil, binnen Minuten wurden Bewegungen von 200 Punkten absolviert. Der Close lag bei 9.643 Punkten, also in etwa auf Kassa-Niveau. Heute früh sehen wir den S&P-Future bei 1.886, nicht gerade berauschend, aber immerhin keine neuen Lows.

Alles in allem bleibt es bei der gestrigen Analyse: Eine Beruhigung könnte sich heute einstellen und ein schneller, radikaler Bounce wäre die Folge. Gibt es neue Lows, so sind die Ziele nach unten ebenfalls klar abgesteckt.

Intraday Updates zum sicherlich spannenden Handelstag gibt es wie immer auf meinem Guidants Desktop.

Good & safe Trading!