rsi

DAX: Weiterhin hohe Anspannung

12.01.2016 / 7.45 Uhr

Der DAX schloss gestern mit einem Abschlag von 0,25 Prozent bei 9.825 Punkten, das Tageshoch lag nur 22 Punkte von der 10.000er Marke entfernt, sodass eine hässliche Kerze im Tageschart übrig blieb. Die Bären dominieren bereits 7. Kerzen in Folge!

Vergleicht man die Situation mit dem September 2015, so ist weiterhin jederzeit mit einem Move nach oben zu rechnen, schließlich sehen wir bereits eine positive Divergenz beim RSI. Dass das beileibe kein Muss ist, sollte natürlich klar sein. Erst muss eine klare Bullenkerze her!

DAX (daily):

dax120116d

Nachbörslich zog der DAX Future an und schloss bei 9.908 Punkten. Hier sieht man den klaren Versuch einer Bodenbildung. Der S&P Future hat in der Nacht rund 15 Punkte abgegeben, sodass aber mit einem schwachen Start beim DAX-Future zu rechnen ist.

FDAX (60min):

fdax120116h1

Für heute gilt:

  • 9.780 und 9.820 „müssen“ halten. Dann ist eine Bodenbildung möglich, die eine mehrtägige Erholung mit sich bringt
  • Widerstand 9.950/9.970
  • Widerstand 10.040
  • Widerstand 10.080 bis 10.120
  • Unter 9.770 ist mit einem Retest der 9.650 zu rechnen
  • Unter 9.650 heißt es „Crashtime“ mit Ziel 9.550/9.500 oder sogar 9.300 (Spike)

 

Aus statistischer Sicht definieren die folgenden Marken die Extremgrenze für heute:

  • Obergrenze 10.170
  • Untergrenze 9.450

Good Trading!

 

Know How 05: Relative Strength Index (RSI) – Der Momentumoszillator mit Vorlaufqualitäten

RSI (Relative Strength Index) – der Momentumindikator schlechthin

Im vorliegenden Beitrag dreht sich um das Thema Momentum, also die Schwungkraft, die bei einem Kursverlauf gemessen und für Handelsentscheidungen zurate gezogen werden kann. Einer der ältesten und bekanntesten Oszillatoren überhaupt, der RSI (Relative Strength Index), ist der Klassiker unter den Momentum-Oszillatoren. Wie dieser berechnet wird, welche Signale er liefert und man ihn in der Trading-Praxis einsetzen kann, erfahren Sie hier.

Was ist Momentum?

Vor dem Einstieg in die Details zunächst ein kurzer Überblick zum Thema Momentum. Das Momentum beschreibt die Beschleunigung und Verlangsamung von (Kurs-)bewegungen. Am einfachsten lässt sich dieses Phänomen mit einem banalen Experiment aus dem Physikunterricht beschreiben:

Man werfe einen Apfel in die Höhe und beobachte dessen Geschwindigkeit im Zeitablauf

  • zunächst nimmt die Geschwindigkeit zu
  • anschließend – der Apfel steigt noch immer – nimmt die Geschwindigkeit ab, bis sie…
  • den Wert Null erreicht (auf dem Höhepunkt der Flugbahn)
  • anschließend beginnt das Spiel von vorne, nur in umgekehrter Richtung

Genau dieses Verhalten lässt sich auch auf des Kursverhalten am Finanzmarkt übertragen.

In laufenden Trendbewegungen macht das Momentum auf diese Weise Schwächen sichtbar, die auf mögliche Wendepunkte hinweisen. Eine wichtige Eigenschaft des Momentums ist also dessen Vorlaufcharakter. Es erreicht seinen Extremwert oft, noch bevor der Kurs des Basiswertes einen Extremwert erreicht hat.

An dieser Stelle stellt sich die Frage, wie man denn das Momentum eines Kursverlaufs messen kann. Ganz einfach:

Man vergleicht hierbei laufend den aktuellen Kurs mit dem Kurs vor X Perioden. Das 10-Tage-Momentum einer Aktie wird demnach durch Subtraktion des Schlusskurses vor zehn Tagen vom aktuellen Schlusskurs berechnet. Diese einfache Momentum-Berechnung weist jedoch zwei grundlegende Schwächen auf:

  • Starke Veränderungen bei dem analysierten Basiswert können bei der Berechnung zu irreführenden Bewegungen führen (selbst dann, wenn sich der aktuelle Kurs nur geringfügig verändert hat)
  • Desweiteren lassen sich verschiedene Basiswerte (z.B. bei einem Screening) aufgrund einer nicht konstanten Bandbreite nicht miteinander vergleichen

Um beide Schwächen zu eliminieren bedurfte es eines besseren Indikators.

Wie wird der RSI berechnet?

Und hier kommt der RSI (Relative Strength Index) ins Spiel. Er wurde im Jahr 1978 von Welles Wilder eingeführt und gehört in die Gruppe der Oszillatoren.

Die Berechnung erfolgt mittels folgender Formel:

RSI = 100 – ((100/(1+RS))

RS = (Durchschnitt der Schlusskurse von n Tagen mit steigenden Kursen/Durchschnitt der Schlusskurse von n Tagen mit fallenden Kursen)

Die Kalkulation des RSI macht deutlich, dass hierbei die Stärke der Aufwärts- im Vergleich zu den Abwärtstagen einer bestimmten Periodenlänge und gibt die Ergebnisse in einer Skala von 0 bis 100 wieder. Als Standardeinstellungen werden Periodenlängen von 14 verwendet, abweichende Werte sind je nach Trading-Stil und gewähltem Zeithorizont selbstverständlich möglich. Ich persönlich setze gerne den 8er RSI ein. Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Periodeneinstellung, desto volatiler der RSI.

Welche Signale liefert der RSI?

Die Interpretation des RSI nach Wilder lautet wie folgt:

  • RSI> 70 signalisiert einen überkauften Zustand des Basiswerts
  • RSI< 30 signalisiert einen überverkauften Zustand des Basiswerts

Wichtig ist, dass ein Eintauchen in eine dieser beiden Zonen nicht automatisch zum Long- bzw. Short-Einstieg genutzt werden sollte! Wie wir alle wissen, kann ein Trend viel weiter laufen, als man sich zunächst vorstellen kann. Der RSI kann dann über einen längeren Zeitraum hinweg ober- bzw. unterhalb einer Extremzone verharren, ohne dass es beim Basiswert zu einer Umkehr kommt. Genau aus diesem Grund ist eine Kombination eines Trendfolgers (z.B. SMA oder MACD) mit einem Oszillator immer zu empfehlen.

Kurzum: Eine extreme RSI-Notierung ist ein erstes Warnsignal für einen potenziellen Trendwechsel, kein Signal an sich.

Die einfachste Handelsmöglichkeit, die diesen Umstand berücksichtigt, lautet daher:

  • Long: bei einem Fall des RSI unter die 30 und anschließendem Wiederanstieg über diese Extremzone
  • Short: bei einem Anstieg des RSI über die 70 und anschließendem Fall unter diese Extremzone

Die nebenstehende Grafik, die den DAX als Tages samt eines 8-Perioden-RSI darstellt, zeigt die Überkauftsignale (rot) und Überverkauftsignale des RSI.

dax_rsi

In größeren Zeitebenen – zum Beispiel bei Wochencharts – eignet sich der RSI wunderbar zur Erkennung von Dips/Pullbacks, die in Aufwärtstrends gute (Wieder)einstiegsgelegenheiten bieten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die 40er Marke im RSI bereits ausreicht, um Korrekturen zu identifizieren.

Die Visa-Aktie liefert hierfür ein sehr gutes Beispiel:

visa_rsi

Divergenzanalyse – mächtiges Tool zur frühzeitigen Erkennung einer Trendwende/Gegenbewegung

Neben der vorgestellten 70/30-Handelsregel liefert der RSI aber noch eine weitere Einsatzmöglichkeit – das Stichwort hierzu lautet „Divergenzanalyse“.

Hierbei wird der Verlauf des Basiswerts mit dem Verlauf des Indikators verglichen. Beide sollten sich im Regelfall im Kursverlauf bestätigen. Liegt eine Abweichung vor, ist Vorsicht angesagt. Eine positive Divergenz beim RSI ergibt sich dann, wenn der Kurs des Basiswerts neue Tiefpunkte generiert, während der RSI diese nicht mehr bestätigt. Umgekehrt handelt es sich um eine negative Divergenz, wenn neue Hochpunkte beim Basiswert nicht mehr von einem steigenden RSI bestätigt werden.

Blicken wir nochmal auf den eingangs gezeigten DAX-Chart, dieses Mal aber nur auf die Divergenzen.

dax_know how_divergenzen rsi

Fairerweise muss man zugestehen, dass das Erkennen der Divergenzen in der Praxis nicht immer so einfach ist, wie es im Nachhinein erscheint – aber das gilt für Trendlinien und Kursmuster ohnehin. So weiß man in Echtzeit nie genau, wie lange es dauert, bis die Divergenz im Indikator sich im Basiswert „entlädt“. Aus diesem Grund ist eine Kombination des RSI mit anderen Techniken sinnvoll, die Qualität der Ein- und Ausstiegssignale zu erhöhen, z.B.

  • die Suche nach Unterstützungs-/Widerstandsniveaus, bei denen RSI-Extremwerte erreicht werden oder Divergenzen
  • das Abwarten von Bestätigungen (Bruch des Vortageshochs oder -tiefs) vor einem Einstieg
  • die Filterung der Signale mit einem vorgeschalteten Trendfilter (d.h. Long-Signale des RSI nur in Uptrends, Short-Signale nur in Downtrends berücksichtigen)

Darüber hinaus hat ein gutes Risiko- und Money-Management, das Verluste im Falle von Fehlsignalen minimiert, ohnehin oberste Priorität.

Ein unverzichtbares Tool für mich

Der RSI ist ein Klassiker unter den Oszillatoren und zeigt an, ob ein Basiswert überverkauft oder überkauft ist. Der Einsatz der Divergenzanalyse, die sowohl im Kurzfrist- als auch Langfristchart funktioniert, ist aus meiner Sicht sogar noch eine bessere Einsatzmöglichkeit des RSI. Sie bietet nämlich – im Gegensatz zu den Trendfolgeindikatoren, die erst verspätet Signale liefern – relativ früh Signale für potenzielle Trendwenden.

Der altbewährte RSI gilt damit zu Recht als guter Allrounder, den ich in meinen Charts nicht missen möchte.

 

Dow Jones: Analyse des großen Bildes. Dip oder neuer Bear Market?!

18.31 Uhr

Das 38er Retracement wirkt auch beim Dow Jones Index – zusammen mit dem Low vom Februar 2014 – und wurde fürs Erste gekauft.

Dow Jones Industrials (weekly):

dow_weekly_260815

Schauen wir auf den RSI. Eigentlich ein klares Kauflevel, sobald es eine Stabilisierungskerze gibt und diese in der Folgewoche überschritten wird (Bestätigung).

Ganz nach dem Motto „buy the dip“!

dow_weekly_260815rsi1

Was wir aber noch nicht abschließend beurteilen können: Vielleicht ist das hier kein Dip mehr, sondern der Beginn eines Bärenmarkets (rote Markierung) wie Januar 2008.

Wenn das der Fall sein sollte, sind weitere RSI-Oversold-Levels auch nur Rebounds und keinen Kauf mehr wert (siehe „1“ und „2“ im RSI-Chart).

dow_weekly_260815rsi2

In diesem Sinne: Beware of the Bear!

Bund Future: Hammer+Fibo+Divergenz=Erholungspotenzial

14.31 Uhr

Der Bund Future markierte gestern ein Tagestief am 38er Fibonacci-Retracement, es wurde zudem eine Fast-Hammer-Candle ausgebildet. Dazu kommt eine positive Divergenz im RSI, da das jüngste Tief im Chart von einem höheren Tief im Oszillator begleitet wurde. Die Bullen lassen sich an so einer Stelle nicht lange bitten und hieven den Bund heute um aktuell 90 Ticks nach oben.

Solange das gestrige Low nicht unterschritten wird, ist mit einer Erholung zu rechnen – vor allem bei einem Bruch der 151,35er Zone.

Bund Future (daily):

bund110615

Heftige Woche! Kommt jetzt der Crash?

11.45 Uhr

Die vergangene Woche verlief extrem bearish und das Abwarten an der entscheidenden Support-Zone im DAX hat sich ausgezahlt. Vom Hoch hat der DAX bereits 12% abgegeben, der S&P 500-Verlust beläuft sich bisher auf überschaubare 5,2%.

Aktienindizes seit März 2009:

aktienmärkte vom top_12 10 2014Quelle: DShort.com

Hier die Übersicht des DAX. Anders als in den letzten Monaten wurde im Bereich 8.900 dieses Mal KEINE bullishe Kerze generiert. Damit ist die Unterstützung hinfällig, es sei denn die Bullen sorgen in der kommenden Woche für ein sofortige Rückkehr in die Seitwärtszone und hieven den DAX per Close wieder über die 9.160er Marke. Aber auch nur dann!

DAX (daily):

dax_12 10 2014_trade4life.deDas zerschlagene Porzellan zwingt jeden Trader dazu, sich das große Bild vor Augen zu halten: Wie weit könnte es jetzt gen Süden gehen, wo liegen Supports usw.?

Hier der Monatschart des DAX inkl. RSI und dem VDAX. Was lässt sich daraus ableiten?

1. Negativ zu werten ist das Pattern im RSI, der (auch wenn die Monatskerze noch nicht abgeschlossen ist) bereits die Tiefs aus dem Vorjahr klar unterschritten hat und damit ein ähnliches Bild wie 2007 abgibt.

2. Ebenfalls negativ ist das Verhalten des Volatilitätsindex VDAX. Hier sind wir bei einem Niveau von knapp 20 noch lange nicht in einer Panikphase – es besteht also jede Menge Luft nach oben. Die Ruhephase der letzten 1-2 Jahre dürfte aber vorbei sein, sobald die 23 überschritten wird.

3. Aus Sicht der klassischen Charttechnik ist ein Rückgang bis an die ehemaligen Hochs bei 8.200 realistisch, fast schon Pflicht. Ein solcher Move wäre lediglich ein Pullback im großem Bild.

4. Ein weiteres, extrem wichtiges Supportlevel befindet sich bei 7.600. Dort liegen zum einen das 38er Fibonacci-Retracement des gesamten Bullenmarktes seit  2009 sowie das Hoch vom Mai 2011 und der Uptrend seit 2009. Absolute Key Zone also!

5. Über die Bärenszenarien wollen wir an dieser Stelle noch nicht reden, im Chart sind diese aber schon mal eingezeichnet. Aktiviert werden diese, wenn der DAX nachhaltig unter die 7.600er Zone fallen sollte.

DAX (monthly):

dax_monthly_12 10 2014_trade4life.deAlles in allem gilt es, die Lage objektiv und sauber zu analysieren und nach einem Plan zu handeln. Eine klare Strategie und diszipliniertes Risiko- und Moneymanagement sind das A und O!

Schönen Sonntag 🙂

 

 

EuroStoxx 50-Must-See-Chart!

15:45 Uhr

Der europäische Leitindex EuroStoxx50 notiert aktuell an einer wichtigen Chartmarke, die schon bald über das weitere Schicksal entscheiden wird. Schauen wir uns zunächst den langfristigen Verlauf des Index an. Hier kann man nur sagen: Arme Aktionäre! Seit dem Hoch im Jahr 2000 wurden tiefere Hochpunkte ausgebildet, während im Bereich 1.850-1.900 Bodenbildungen stattfanden. Das Kursmuster, das eingezeichnet ist, macht eines deutlich: Hier geht es um die Wurst!

EuroStoxx50 (weekly):

Noch deutlicher wird das Ganze bei der Betrachtung des Wochencharts. Aktuell notiert der Index an der Abwärtstrendlinie und dem März-2012-Hoch, das übrigens GENAU auf dem 61er Fibo zustande kam. Jetzt heißt es also: Make or break! Entweder der Index schießt nach oben raus, dann wären nochmals 400 Punkte drin – oder aber er prallt an dieser Hürde ab. Der RSI ist – wie so häufig in der Nähe von Wendepunkten – extrem heißgelaufen, so dass ich eher von letzterem ausgehe. Aber lassen wir den Markt entscheiden 🙂

EuroStoxx50 (weekly): 

Dieser Beitrag spiegelt lediglich die Meinung des Autors wider. Er stellt in keiner Weise eine Anlageberatung oder Handelsaufforderung dar. Eine Haftung für Aktivitäten, die aus diesem Beitrag abgeleitet werden, wird in keinem Fall übernommen!

EuroStoxx 50-Must-See-Chart!

15:45 Uhr

Der europäische Leitindex EuroStoxx50 notiert aktuell an einer wichtigen Chartmarke, die schon bald über das weitere Schicksal entscheiden wird. Schauen wir uns zunächst den langfristigen Verlauf des Index an. Hier kann man nur sagen: Arme Aktionäre! Seit dem Hoch im Jahr 2000 wurden tiefere Hochpunkte ausgebildet, während im Bereich 1.850-1.900 Bodenbildungen stattfanden. Das Kursmuster, das eingezeichnet ist, macht eines deutlich: Hier geht es um die Wurst!

EuroStoxx50 (weekly):

Noch deutlicher wird das Ganze bei der Betrachtung des Wochencharts. Aktuell notiert der Index an der Abwärtstrendlinie und dem März-2012-Hoch, das übrigens GENAU auf dem 61er Fibo zustande kam. Jetzt heißt es also: Make or break! Entweder der Index schießt nach oben raus, dann wären nochmals 400 Punkte drin – oder aber er prallt an dieser Hürde ab. Der RSI ist – wie so häufig in der Nähe von Wendepunkten – extrem heißgelaufen, so dass ich eher von letzterem ausgehe. Aber lassen wir den Markt entscheiden 🙂

EuroStoxx50 (weekly): 

Dieser Beitrag spiegelt lediglich die Meinung des Autors wider. Er stellt in keiner Weise eine Anlageberatung oder Handelsaufforderung dar. Eine Haftung für Aktivitäten, die aus diesem Beitrag abgeleitet werden, wird in keinem Fall übernommen!