draghi

EZB enttäuscht alle Santa-Claus-Rallye-Fans…

03.12.2015 / 15.12 Uhr

Die Pressekonferenz ist in vollem Gange (hier live verfolgen), die Message ist bereits klar: Die Märkte hatten mehr erwartet!

ezb031215_draghiDas vorläufige Ergebnis für den DAX und den Euro fällt dementsprechend drastisch aus:

  • DAX reagierte nach Bruch der gestern genannten Supportmarke bei 11.080 mit Selloff – Tagestief bei 10.735, d.h. 570 Punkte unter Tageshoch
    • Aktuell wieder 200 Punkte höher
  • Euro reagiert extrem bullish, zwischenzeitlich 350 Pips höher
    • Aktuell bei 1,080 US-Dollar

 

ezb31215xx

 

 

DAX+S&P steigen massiv, jetzt am am Key Resist!

22.10.2015 / 23.21 Uhr

Was für ein Breakout heute: Der DAX schoss nach den EZB-News endlich über den Widerstand hinaus und stieg bis zum Kassa-Schluss um 254 Punkte. Der Schlusskurs lag ziemlich exakt am Septemberhoch.

DAX (daily):

dax221015c

Nachbörslich gab es nochmal fast 80 Punkte drauf, sodass die EMA200 und das Juli-Low in Reichweite sind. So schnell kann es gehen!

Wichtige Marken für Daytrader:

  • Widerstände: 10.600/10.650
  • Unterstützungen: 10.490/10.380/10.340

Der hohe RSI deutet eine Verschnaufpause in den nächsten Tagen hin.

 

DAX Future (5min):

 

fdax221015

Auch in den USA ging es deutlich nach oben, der S&P 500 erreichte überwand damit dank guter Quartalszahlen einiger Bellwethers bereits die EMA200, die SMA200 ist nur 8 Punkte entfernt. Eine Rückkehr und ein Verbleib in der rot markierten, alten Range wäre bullish zu werten und würde sogar neue Highs bis zum Jahresende implizieren.

S&P 500 (daily):

spx221015c

Nur am Rande: Bisher gleicht der Doppelboden zeitlich ziemlich exakt dem Verlauf aus dem Jahr 1998:

spx20151998

PPS: Die “small speculators” sind aktuell so short wie noch nie: Sentiment-Chart anschauen.

Draghi-Donnerstag: 320-Punkte-Sprung!

17.03 Uhr

Der DAX lieferte heute eine bullishe Partie ab! Nach der Konsolidierung zwischen 11.30 und 14.30 Uhr sprang der Index massiv nach oben. Aktuell notiert der DAX bei 10.375 und damit ziemlich genau am Hoch vom 27. August 2015. Die nächsten Aufwärtsziele bei 10.500/10.570 dürften wohl schon morgen erreicht werden.

DAX (daily):

dax030915Schönen Abend!

Der einzige Politiker, der das Problem versteht…

21:30 Uhr

Wenn schon die US-Börsen zu haben (dies gilt übrigens auch für den morgigen Tag), habe ich endlich mal Ruhe und Zeit, interessante Artikel und Studien zu lesen, die sonst leider zu kurz kommen. Wie wir alle wissen, war EZB-Chef Draghi vor wenigen Tagen im Bundestag und verteidigte die von ihm angekündigten unbefristeten, unlimitierten Anleihekäufe. Eigentlich hätte er sich das Theater sparen können, verstehen die Politiker im Bundestag (wenn sie überhaupt anwesend sind) eh nur Bahnhof, wenn es um Transmissionsmechanismen, Umlaufgeschwindigkeit und Inflation/Deflation geht. Der einzige Mann, der hier eine rühmliche Ausnahme bildet, ist Frank Schäffler. In seinem Blog hat er zu diesem Thema einen interessanten Beitrag verfasst. Hier sein Beitrag in leicht gekürzter Form:

“(…) Die Streitfrage kreist dabei um das Problem des monetären Transmissionsmechanismus. Dieser sei gestört, denn ein von der Zentralbank festgesetztes niedrigeres Zinsniveau führe nicht – wie man es üblicherweise erwarten würde – zu niedrigeren Zinsen und leichter verfügbaren Krediten für die Wirtschaft. Der Transmissionsmechanismus bezeichnet also den „Zusammenhang zwischen Änderungen im monetären Bereich und deren Wirkung auf den realen Sektor sowie das Preisniveau“ (…) Wenn Draghi von einem gestörten Transmissionsmechanismus spricht, dann meint er allerdings nicht einmal den „realen Sektor“, von dem Issing spricht. Es gibt keine Kreditklemme, die Unternehmen erhalten derzeit und seit Jahren ausreichend Kredit.

Gestört ist der Transmissionsmechanismus vor allem und eigentlich nur im Hinblick auf die europäischen Banken. Zuletzt vor einigen Jahren erfüllte der Interbankenmarkts seine Aufgabe, dass die überschüssige Liquidität der einen Bank gegen Zins von einer anderen Bank ausgeliehen und genutzt werden konnte. Das ist nicht mehr der Fall, vor allem im grenzüberschreitenden Interbankenmarkt. (…) Durch die Ankündigung Draghis, Anleihen am Sekundärmarkt ohne Preis- und Mengenlimit aufkaufen zu wollen, sollen gezielt diese Störungen bekämpft und der Transmissionsmechanismus wieder in Gang gesetzt werden. Das blendet natürlich aus, dass die Störungen des Interbankenmarkt eine schlichte Ursache haben könnten: Die Kreditwirtschaft der Eurozone ist zu großen Teilen überschuldet. Niemand – zuallerletzt wirtschaftlich denkende Banken – gibt jemandem Kredit, der überschuldet ist, also Solvenzprobleme hat. Solvenzprobleme löst man nicht, indem man den Beteiligten zu noch mehr Schulden verhilft. Die Ursache für die Überschuldung liegt in meinen Augen in unserem Geldsystem, das die Schaffung von Geld und Kredit aus dem Nichts begünstigt und Ersparnisbildung behindert.

Doch eine andere Frage beschäftigt mich viel mehr: Was passiert, wenn Draghi mit seinen Maßnahmen Erfolg hat und den Transmissionsmechanismus repariert? Ein funktionierender Transmissionsmechanismus sorgt nach der oben wiedergegebenen Lehrbuchdefinition dafür, dass Änderungen im monetären Bereich Änderungen im realen Sektor und beim Preisniveau haben. In dem Moment, in dem die Maßnahmen Draghis erfolgreich sind, müssen alle jetzt vorgenommene Operationen der EZB Wirkungen haben. Und davor sollte man sich fürchten.

Wir haben eine mehrjährige Phase von Dauerniedrigzinsen und gleichzeitig eine bislang ungesehene exorbitante Ausweitung der Geldbasis hinter uns. Gleichzeitig ist die Umlaufgeschwindigkeit von M3 und M1 auf einem historischen Niedrigstand (siehe Grafik, Quelle EZB Monatsbericht Oktober, S. 23). Sobald der Transmissionsmechanismus greift, werden die Gelder in die Wirtschaft strömen, die Umlaufgeschwindigkeit zunehmen und die Geldmengen enorm wachsen.

Die Folge dessen ist für mich klar. Vor einer galoppierenden Inflation warnte eben der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark am Mittwoch in Brüssel. Er sprach davon, das alles würde zu einem „Riesenproblem werden, wenn sich das Wachstum verstärkt.“ Die Liquidität finde ihren Weg über die Vermögenspreise früher oder später auch hin zu den Verbraucherpreisen. Die Sorge vor Inflation in einer uns allen schadenden Höhe habe ich mit Jürgen Stark gemeinsam.”

Quelle: Frank Schäfflers Blog

Dieser Beitrag spiegelt lediglich die Meinung des Autors wider. Er stellt in keiner Weise eine Anlageberatung oder Handelsaufforderung dar. Eine Haftung für Aktivitäten, die aus diesem Beitrag abgeleitet werden, wird in keinem Fall übernommen!

Der einzige Politiker, der das Problem versteht…

21:30 Uhr

Wenn schon die US-Börsen zu haben (dies gilt übrigens auch für den morgigen Tag), habe ich endlich mal Ruhe und Zeit, interessante Artikel und Studien zu lesen, die sonst leider zu kurz kommen. Wie wir alle wissen, war EZB-Chef Draghi vor wenigen Tagen im Bundestag und verteidigte die von ihm angekündigten unbefristeten, unlimitierten Anleihekäufe. Eigentlich hätte er sich das Theater sparen können, verstehen die Politiker im Bundestag (wenn sie überhaupt anwesend sind) eh nur Bahnhof, wenn es um Transmissionsmechanismen, Umlaufgeschwindigkeit und Inflation/Deflation geht. Der einzige Mann, der hier eine rühmliche Ausnahme bildet, ist Frank Schäffler. In seinem Blog hat er zu diesem Thema einen interessanten Beitrag verfasst. Hier sein Beitrag in leicht gekürzter Form:

“(…) Die Streitfrage kreist dabei um das Problem des monetären Transmissionsmechanismus. Dieser sei gestört, denn ein von der Zentralbank festgesetztes niedrigeres Zinsniveau führe nicht – wie man es üblicherweise erwarten würde – zu niedrigeren Zinsen und leichter verfügbaren Krediten für die Wirtschaft. Der Transmissionsmechanismus bezeichnet also den „Zusammenhang zwischen Änderungen im monetären Bereich und deren Wirkung auf den realen Sektor sowie das Preisniveau“ (…) Wenn Draghi von einem gestörten Transmissionsmechanismus spricht, dann meint er allerdings nicht einmal den „realen Sektor“, von dem Issing spricht. Es gibt keine Kreditklemme, die Unternehmen erhalten derzeit und seit Jahren ausreichend Kredit.

Gestört ist der Transmissionsmechanismus vor allem und eigentlich nur im Hinblick auf die europäischen Banken. Zuletzt vor einigen Jahren erfüllte der Interbankenmarkts seine Aufgabe, dass die überschüssige Liquidität der einen Bank gegen Zins von einer anderen Bank ausgeliehen und genutzt werden konnte. Das ist nicht mehr der Fall, vor allem im grenzüberschreitenden Interbankenmarkt. (…) Durch die Ankündigung Draghis, Anleihen am Sekundärmarkt ohne Preis- und Mengenlimit aufkaufen zu wollen, sollen gezielt diese Störungen bekämpft und der Transmissionsmechanismus wieder in Gang gesetzt werden. Das blendet natürlich aus, dass die Störungen des Interbankenmarkt eine schlichte Ursache haben könnten: Die Kreditwirtschaft der Eurozone ist zu großen Teilen überschuldet. Niemand – zuallerletzt wirtschaftlich denkende Banken – gibt jemandem Kredit, der überschuldet ist, also Solvenzprobleme hat. Solvenzprobleme löst man nicht, indem man den Beteiligten zu noch mehr Schulden verhilft. Die Ursache für die Überschuldung liegt in meinen Augen in unserem Geldsystem, das die Schaffung von Geld und Kredit aus dem Nichts begünstigt und Ersparnisbildung behindert.

Doch eine andere Frage beschäftigt mich viel mehr: Was passiert, wenn Draghi mit seinen Maßnahmen Erfolg hat und den Transmissionsmechanismus repariert? Ein funktionierender Transmissionsmechanismus sorgt nach der oben wiedergegebenen Lehrbuchdefinition dafür, dass Änderungen im monetären Bereich Änderungen im realen Sektor und beim Preisniveau haben. In dem Moment, in dem die Maßnahmen Draghis erfolgreich sind, müssen alle jetzt vorgenommene Operationen der EZB Wirkungen haben. Und davor sollte man sich fürchten.

Wir haben eine mehrjährige Phase von Dauerniedrigzinsen und gleichzeitig eine bislang ungesehene exorbitante Ausweitung der Geldbasis hinter uns. Gleichzeitig ist die Umlaufgeschwindigkeit von M3 und M1 auf einem historischen Niedrigstand (siehe Grafik, Quelle EZB Monatsbericht Oktober, S. 23). Sobald der Transmissionsmechanismus greift, werden die Gelder in die Wirtschaft strömen, die Umlaufgeschwindigkeit zunehmen und die Geldmengen enorm wachsen.

Die Folge dessen ist für mich klar. Vor einer galoppierenden Inflation warnte eben der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark am Mittwoch in Brüssel. Er sprach davon, das alles würde zu einem „Riesenproblem werden, wenn sich das Wachstum verstärkt.“ Die Liquidität finde ihren Weg über die Vermögenspreise früher oder später auch hin zu den Verbraucherpreisen. Die Sorge vor Inflation in einer uns allen schadenden Höhe habe ich mit Jürgen Stark gemeinsam.”

Quelle: Frank Schäfflers Blog

Dieser Beitrag spiegelt lediglich die Meinung des Autors wider. Er stellt in keiner Weise eine Anlageberatung oder Handelsaufforderung dar. Eine Haftung für Aktivitäten, die aus diesem Beitrag abgeleitet werden, wird in keinem Fall übernommen!