Daytrading

Chronik eines Short-Trades (13.8.2015)

15.50 Uhr

Der heutige Handelstag ist ein wunderbares Beispiel dafür, was man mit der täglichen Marktvorbereitung, solidem Wissen zum Trendaufbau und einfachen Patterns im kurzfristigen Trading erreichen kann. Wichtig an dieser Stelle: Bei den nachfolgenden Charts handelt es sich um keinerlei Aufforderung zum Nachhandeln oder eine Empfehlung irgendeiner Art, sondern lediglich um ein Tagebuch, damit ich solch einen Tag in Zukunft Revue passieren lassen und die Erfahrungen mit den Lesern teilen kann.

1) Ausgangslage: Der DAX sollte seinen nachbörslichen Bounce vom Vortag fortsetzen (siehe Analyse). Und zwar bis zum Downgap, das am Vortag generiert wurde. Die Unterkante lag bei 11.150 – dort wäre das Mindestziel also erreicht.

Als der Markt in diesem Bereich angelangt war, ging ich short. Minimales Risiko, dafür gute Chancen – los geht`s.

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2) Trade läuft gut an, Stop auf Breakeven. Nach dem Gegenmove folgte eine Konsolidierung/Bärenflagge, die klassischerweise trendfolgend (also nach unten) aufgelöst werden sollte. Mein Szenario sah zu diesem Zeitpunkt wie folgt aus:

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3) Abwärtsdruck setzt sich fort! Der Move nach unten ließ nicht lange auf sich warten. Alles nach Plan also. Der Blick auf die Fibo Projektion (161,8% des ersten Downmoves vom Hoch der Konsolidierung gerechnet) ergab, dass der Verkaufsdruck für heute bei ca. 11.030 beendet sein dürfte. Dort galt es, den Stop sehr eng zu ziehen. Gesagt, getan. Nach der Stabilisierung ging ich sofort raus.

Ergebnis: rund 110 Punkte.

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4) Wie gings weiter? Um nicht auf „dumme Gedanken“ zu kommen, schalte ich in solchen Fällen den Chart aus. Das ist die beste Maßnahme, die Gewinne auch bis zum Tagesende zu behalten, zumal die US-Eröffnung immer Volatilität verspricht.

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5) Kurz vor dem Kassa-Close sah die Lage so aus. Es wurde auch das 261er Projektionsziel erreicht. Der Short-Ausstieg war also zu früh. Das weiß man aber immer erst nach dem Ausstieg.

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Good Trading!

Perfekter Tag für Daytrader!

17.29 Uhr

Es gibt Tage, die sind einfach paradiesisch für Daytrader. Heute war so ein Tag. Wegen Vollmond? Oder weil wir Freitag, den 13. haben? Nein, keine Sorge ich gehöre nicht zu den Abergläubigen. Schauen wir lieber auf den Chart selbst:

1. Eröffnung mit Upgap, aber sofort Verkaufsdruck
2. Bruch der offenen Lücke = 1. Short-Signal
3. Bruch des gestrigen Lows = Bestätigung für die Bären
4. Starker Downmove bis 9.828
5. Stabilisierung auf dem Level (Pullback an das High vom 15. Mai & 38er Fibo –> Support!)
6. Ausbruch aus dem Downtrend –> Short Exit
7. 1-2-3 Breakout mit hoher Dynamik –> Switch auf Long
8. Schneller Durchlauf bis zum gestrigen Close (schwarze Linie)
9. Korrektur und Ausbruch
10. Eröffnungslevel von heute wieder erreicht –> Exit

FDAX (5min):

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Im Tageschart dürfte damit eine schöne Hammerkerze entstehen…

FDAX (daily):

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Was lernen wir daraus? Zunächst einmal, dass die Betrachtung der übergeordneten Zeitebene extrem wichtig ist, wenn man intraday unterwegs ist. Zweitens, dass Daytrading jede Menge Chancen bietet, aber nur dann, wenn man bestens vorbereitet ist und sich beinhart an den Handelsplan hält. Last but not least: Wir wissen nie, was der Tag bringen wird. Und genau dafür gibt es Stops und die richtige Positionsgröße.

Dieser Beitrag spiegelt lediglich die Meinung des Autors wider. Er stellt in keiner Weise eine Anlageberatung oder Handelsaufforderung dar. Eine Haftung für Aktivitäten, die aus diesem Beitrag abgeleitet werden, wird in keinem Fall übernommen!