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Chart Labor: Wie verhält sich der Dow Jones nach Überwindung runder Preismarken?

30.1.2017 / 20.00 Uhr

Investoren warten sehnsüchtig darauf, die Journalisten berichten auf allen Kanälen darüber, die Geschichtsbücher freuen sich über einen weiteren Meilenstein: Immer dann, wenn allseits bekannte “Indizes” wie der Dow Jones Industrial Average runde Marken brechen, ist die Aufregung groß, wenngleich meist ohne Grund.

Interessant ist die Frage, wie es denn nach dem Ausbruch über solch eine psychologisch “wichtige” Marke weiter geht. Das renommierte US-Research-Haus hat hierzu eine interessante Auswertung erstellt: Dargestellt ist für alle signifikanten runden Kursmarken die für den Ausbruch benötigte Zeitdauer (von einem Level zum nächsten) sowie die prozentuale Performance 1, 3, 6, 9 und 12 Monate später.

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Quelle: Ned Davis Research Group (Twitter Kanal)

Übrigens: Der korrekte Dow Jones Industrial Average steht längst bei 30.000 Punkten: Dow 20,000? It’s 30,000, Actually!

Chart Labor: True Range im historischen Vergleich

28.6.2016 / 13.20 Uhr

Das Brexit-Referendum sorgt derzeit für hohe Handelsspannen bei den Aktienindizes. Eine einfache Möglichkeit, die Volatilität auf Tagesbasis zu messen und von Aktienindex A zu Aktienindex B zu vergleichen, ist die True Range. “True” deshalb, weil nicht einfach die Differenz zwischen Hoch und Tief eines Handelstages, sondern auch die Größe der Gaps bei der Kalkulation berücksichtigt wird.

Die True Range ist also die jeweils größte der folgenden drei Situationen:
1.   Die Distanz vom heutigen Hoch zum heutigen Tief
2.  Die Distanz vom gestrigen Schluss zum heutigen Hoch
3.  Die Distanz vom gestrigen Schluss zum heutigen Tief
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Hier die Übersicht für den DAX und dem S&P 500 (SPY ETF als Proxy, um Gaps korrekt darzustellen) für die letzten 20 Jahre:

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Interessant ist die Tatsache, dass der Spike am vergangenen Freitag an den US-Märkten deutlich milder ausfiel: Während der DAX eine True Range von 10,8% lieferte, lag dieser Wert am US-Markt bei “nur” 4 Prozent.

Die Korrektur im Herbst 2015 fiel da schon extremer aus: Sowohl in den USA als auch beim hiesigen DAX wurden Werte im Bereich von 8 Prozent gemessen.

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Wozu braucht man die True Range im Trading?

  • Mit der True Range bzw. der Average True Range lassen sich Risikoparameter für Stops kalkulieren
    • je größer die Spanne, desto kleiner muss die Positionsgröße sein!
    • ab einem bestimmten Schwellenwert sollte das Trading eingestellt werden
  • Die True Range lässt sich auch für das Setzen von Kurszielen einsetzen

Alles in allem bietet die Betrachtung der True Range ein gutes Tool, um die Dynamik der jeweils herrschenden Marktphase bzw. verschiedener Handelsinstrumente beim Trading zu berücksichtigen. Selbstverständlich können auch verschiedene Time Frames untereinander verglichen werden – es macht schließlich einen großen Unterschied, ob man einen Wochen- oder z.B. Stundenchart handelt.