buy the dip

Chart Labor: Was passiert nach einem Selloff?

18.9.2016 / 15.00 Uhr

Dass die Notenbanken eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Aktienmarktes spielen, ist kein Geheimnis – das gilt insbesondere für die seit 2009 laufende Rallye. Eine einfache Möglichkeit, das Vertrauen in die Macht der Notenbanker zu messen, ist die Analyse der Reaktion des Marktes auf einen kurzen Dip. Seit März 2009 kam es an insgesamt 67 Tagen zu einem Einbruch von mindestens zwei Prozent.

Der nachfolgende Chart zeigt die Performance des S&P 500 eine Woche, zwei Wochen und einen Monat nach diesem Abwärtstag.

in-fed-we-trust_140916Das Ergebnis ist klar: Kurze Einbrüche stellen Kaufgelegenheiten dar – im Schnitt notiert der Markt einen Monat später nämlich 3,1% höher.

Das Entscheidende dabei: Im Vergleich zum Zeitraum 1928-2008 ist seit 2009 eine massive Erhöhung der Bounces zu beobachten. Das zeigte sich zuletzt z.B. am Jahresanfang 2016 oder dem (noch relativ harmlosen) Downmove nach der Brexit-Entscheidung.

Einen Schönheitsfehler hat diese Grafik. So ist der Vergleich der beiden Zeiträume nicht gerade „fair“: Während die Jahre 1928-2008 alle Zyklen und damit Bullen- und Bärenmärkte enthalten, repräsentiert der Zeitraum ab 2009 einen reinrassigen, dynamischen Bullenmarkt. Letzerer sollte also zwangsläufig höhere Ergebnisse generieren. Wie so oft werden also Äpfel mit Birnen verglichen.

An der Kernargumentation ändert das freilich wenig: Die FED spielt eine nicht unwichtige Rolle bei der ganzen Sache, sorgt sie doch immer wieder – zusammen mit dem Nullzinsniveau weltweit – für ein unerschütterlich Vertrauen in die US-Aktienmärkte. Jene FED wird genau dieses Vertrauen aber auch wieder zerstören (müssen) – es ist nur eine Frage der Zeit…

PS Wer mehr zum Thema FED/Aktienmarkt erfahren möchte, dem empfehle ich meinen Artikel zum FOMC-Effekt.