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BaFin vs. CFDs – Das müssen Sie wissen!

9.12.2016 / 18.00 Uhr

CFDs gehören seit Jahren zu den beliebtesten (außerbörslichen) Handelsinstrumenten unter privaten Tradern, weil sie einfach zu nutzen sind und einen hohen Hebel bieten. Nicht zuletzt der Franken-Schock im Januar 2015 (hier gehts zum Blog-Beitrag) hat aber zahlreiche Regulierungsbehörden in Europa auf den Plan gerufen. Sie treibt die Sorge um, dass Privatanleger trotz Verwendung von Stop Loss-Orders und des Margin-Call-Verfahrens in extremen Fällen mehr als das eingezahlte Geld verlieren können – was je nach Broker auch tatsächlich der Fall ist. Auch der Ermessensspielraum bei der Kursfestlegung ist der BaFin ein Dorn im Auge. In den USA ist der OTC-Handel von CFDs übrigens verboten, es sei denn man hat mindestens 5 Mio. USD als Absicherung auf der hohen Kante.

Interessanter Artikel zum Thema Margin Call: “Ingenieur macht aus 2800 Euro Einlage einen Verlust von 280.000 Euro”

Nachdem es in einigen europäischen Ländern (u.a. Niederlande) bereits zu CFD-Werbeverboten oder gar zum gänzlichen Verbot außerbörslicher Produkte (Belgien) kam, zieht nun auch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) nach. Im Kern geht es darum, Privatkunden vor einer möglichen Nachschusspflicht zu schützen:

“Die Verfügung sieht eine Beschränkung der Vermarktung sowie des Vertriebs und Verkaufs von CFDs an Privatkunden vor, soweit diese Finanzinstrumente für den Privatkunden eine Nachschusspflicht begründen können. Die Verfügung stellt insoweit kein komplettes Produktverbot dar.”

Die Aktienkurse von Brokern reagierten wie es zu erwarten war – mit heftigen Verlusten. Hier der Aktienkursverlauf von CMC Markets in dieser Woche.

cmc091216Quelle: www.boerse-stuttgart.de

 

Den Entwurf der sog. Algemeinverfügung kann man auf der Website der BaFin einsehen: Anhörung zur Allgemeinverfügung bezüglich CFDs