Schwarzer Schwan gleich zu Jahresbeginn – Was bedeutet die Crashwoche für DAX und S&P 500?

10.01.2016 / 12.26 Uhr

Bilder sagen mehr als tausend Worte, also lassen wir die Diagramme sprechen. Die vergangene Handelswoche an den Aktienmärkten fiel so schlecht aus wie noch nie am Anfang eines Jahres!

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Von den großen Indizes erwischte es den DAX – wie immer in Risk Off-Phasen – am stärksten mit einem Minus von 8,3 Prozent. Nur der chinesische Markt verlor mehr. Leser, die das Börsengeschehen verfolgen, werden sofort an den Januar-Effekt erinnert (“Wie der Januar, so das Jahr”). Wenn man allerdings genau in die Statistik reinschaut, merkt man, dass dieses Bonmot nur wenig Mehrwert bietet (hier geht`s zum Artikel “Januar-Barometer – Realität oder Mythos”).

Konzentrieren wir uns also auf die Charts. Anders als bei den täglichen Kommentierungen blicken wir heute auf die Wochencharts seit Beginn des Bullenmarktes 2009.

Der DAX bewegt sich in einem langfristigen Trendkanal. Negativ zu werten ist die Tatsache, dass der Rücksetzer vom Sommer 2015 nicht zu neuen Highs genutzt wurde. Stattdessen könnte sich eine Topbildung etablieren. Angesichts der schlechten Marktstimmung ist ein Test der Supportzone bei 9.000/9.300 in Kürze möglich. Eine Erholung sollte von dort aus starten. Ein Verlassen des Trendkanals hätte dagegen eine einen Rückgang des DAX bis auf 8.300/8.100 zur Folge (Test der alten Highs aus dem Jahr 2007).

DAX (weekly):

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Am US-Markt, der sich im Vorjahr die überwiegende Zeit in einer Range aufhielt, steuert auf die nächsten Supports bei 1.870 (Sommertiefs 2015) und 1.820 (Oktobertief 2014). Die schwache Marktbreite (siehe Beitrag vom November 2015) hat rechtzeitig auf innere Schwächen hingewiesen.

S&P 500 (weekly):

spx weekly_100116Interessanterweise gab es aus Sicht der Panik-Indikatoren in den USA bislang keine wirklich Angst zu sehen: Weder der Vola-Index VIX, noch der TRIN (mehr Infos hier) erreichten vergleichbare Werte wie im Sommer – das sollte in der kommenden Woche wohl nachgeholt werden. Anschließend sollte eine Gegenbewegung starten.

Wird die Supportzone im Verlauf des Jahres nach unten verlassen, kommt es zum Test der alten Hochs aus dem Jahr 2007 bei 1.570/1.600.

S&P 500 (daily) mit TRIN und VIX:

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Fazit: Ob China, der Öl-Crash oder ein allmählicher Bruch des Vertrauens an die Notenbanken – Gründe für ein Bärenmarktszenario gibt es zur Genüge. Immerhin lief der Markt seit fast 7 Jahren nach oben. Anstatt zu viel zu prognostizieren und sich von nachlaufenden Infos aus den Medien verunsichern zu lassen, gilt es, jetzt einen kühlen Kopf zu bewahren und der eigenen Strategie zu folgen. Im Chart Blog konzentriere ich mich auf die kurzfristigen Bewegungen, mit dem Ziel, täglich Punkte aus dem Markt zu ziehen.

Wo der DAX am Jahresende steht, ist dann Nebensache.

Posted on: 10. Januar 2016, by : David Pieper