DAX: Heftigster Wocheneinbruch seit 2011! Ende des Bullenmarktes oder „nur“ Korrektur?

20.48 Uhr

Die letzte Woche brachte massive Verluste an den internationalen Aktienmärkten, es herrscht eine gewisse Panik-Stimmung. Als erste Geige weltweit schauen wir zunächst auf den S&P 500, der sich bis zuletzt stabil in seiner Range halten konnte. Diese wurde nun mit einem lauten Knall gerissen. Am Freitag schloss der SPX bei 1.970 Punkten, er notiert damit am Dezember 2014-Tief.

S&P 500 (daily):

spx230815

Ein Bounce ist in der neuen Woche jederzeit drin, wenn man bedenkt, dass am Freitag eine hohe Put-Call-Ratio und ein TRIN von fast 3 erreicht wurden. Die 1.800er Marke wirkt de facto wie ein Magnet, wenn man sich den Chart anschaut.

TRIN (daily):

trin230815

Analysieren wir nun den DAX:

  • negatives Sentiment wegen China-Crash
  • Supportbündel EMA/SMA 200 bei 10.900/11.000 wurde am 19. August mit einem Downgap nach unten gebrochen
  • Anschließend fiel auch das Juli-Low – ohne jegliche Gegenwehr
  • Am vergangenen Freitag setzte sich der Abverkauf fort – Zwischenerholungen werden zu Verkäufen genutzt

Aus charttechnischer Sicht ergeben sich folgende Untersützungsmarken:

  • 10.000 (psychologische Marke, außerdem 100%-Projektion des letzten Downswings)
  • 9.895 (61er Fibonacci der Wahnsinnsrallye vom Oktober 2014 bis April 2015)
  • 9.640/9.520 –> wichtiges Fibonacci-Projektions-Cluster

Am Freitagabend erreichte der DAX-Future den vierstelligen Bereich, laut Lang und Schwarz wird der DAX aktuell auf 10.080 taxiert. Wie genau wir am morgigen Montag eröffnen, weiß aber kein Mensch. Ich könnte mir eine Fortsetzung der Verkaufspanik sehr gut vorstellen. Es muss schließlich eine Kapitulation zu sehen sein, bevor ein ernst zu nehmender Bounce beginnen kann. Der Dienstag, 25. August 2015, wäre hierfür ein guter Termin.

Eines ist aber schon jetzt klar: Alles unterhalb 10.650 ist nur ein Bounce, nicht mehr!

DAX (daily):

dax230815d

Um die in der Überschrift gestellte Frage nach einem möglichen Ende des gesamten Bullenmarktes beantworten zu können, müssen wir auf das große Bild schauen. Hier der Wochenchart des DAX.

DAX (weekly):

dax230815w

Auch wenn die Kursverluste der letzten Tage extrem waren – im großen Bild sehen wir BISHER nur eine Korrektur in Form eines Pullbacks an die Ausbruchslinie bei 10.000/10.100, die im Januar geknackt wurde.

In normalen Bullenmärkten ist bei einem derart tiefen RSI die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Markt wieder nach oben dreht (siehe Markierungen 1-4 im RSI-Chart). Wie man erkennen kann, gibt es aber auch häufig Fälle, in denen die Kurse – und damit der RSI – noch weiter nach unten rauschen. Aus diesem Grund empfiehlt sich das Abwarten einer Stabilisierungs-/Umkehrkerze! Der die Hammer-Formation im Oktober 2014 ist ein perfektes Beispiel dafür. Langfristige Long-Positionen sollten generell nur dann im Depot sein, wenn der Markt oberhalb seiner (steigenden) 200-Tage-Linie notiert.

Mittelfristig gilt: Gelingt keine Stabilisierung im Bereich 10.000 bzw. 9.500/9.600, wartet die 9.000er Zone als nächstes Ziel, danach die alte 8.200er-Zone. Das ist die ultimative Supportzone für das laaaangristige Bild. Unter 8.200 ist ein Mega-Crash zu erwarten. Ein Crash, bei dem die Notenbanken zum ersten Mal keine Munition mehr haben werden.

Auf eine erfolgreiche Woche!

 

Posted on: 23. August 2015, by : David Pieper