FX & Bonds

Grafik der Woche: Zinsprognosen vs. Realität

07.1.2017 / 20.00 Uhr

Alle Jahre wieder versuchen sich Analysten an der Kristallkugel – meistens mit mäßígem Erfolg. Ein eindrucksvolles Beispiel zeigt die nachfolgende Grafik.

Dargestellt ist der Verlauf der 10-Jahres-Rendite deutscher Anleihen und die 1-Jahres-Konsensprognosen. Der jeweils erwartete Zinsanstieg kam bis auf eine Ausnahme nicht zustande. Ob es dieses Mal anders kommt?

Quelle: Wall Street Journal

Zwei weitere Artikel, die sich mit der Sinnhaftigkeit von Prognosen beschäftigen, kann ich an dieser Stelle als Lektüre empfehlen:

Warning: Wall Street can`t predict where the S&P 500 will go in 2017

Sell Side Analysis is wrong

Schönes Wochenende!

Major Breakout: US-Dollar-Index auf 13-Jahreshoch!

18.11.2016 / 11.57 Uhr

Der Dollarindex stellt das Verhältnis von sechs Währungen im Vergleich zum US-Dollar dar. Den größten Anteil im Korb hat der Euro (ca. 58 %), der Japanische Yen (ca. 14%) und das Britische Pfund (ca. 12 Prozent). Mit dabei sind aber auch der Kanadische Dollar, der Schweizer Franken und die Schwedische Krone.

Für Anleger und Trader ist der Dollarindex damit ein einfaches Barometer zur Messung der Dollarstärke bzw. -schwäche. Gerade für Rohstoffe ein wichtiger Punkt, da hier traditionell eine negative Korrelation vorherrscht: Ein stärkerer Dollar wirkt sich also negativ auf Gold/Goldminen und Rohstoffe aus und umgekehrt.

Gestern brach der Dollarindex auf ein neues Hoch aus und verließ damit im vierten Anlauf die anderthalbjährige Konsolidierung (bestehend aus der psychologischen 100er Marke) nach oben. Aktuell notiert der „Greenback“ auf einem 13-Jahres-Hoch.

dollarindex_kfr

 

Ein Blick auf den langfristigen Chart seit 1971 zeigt, dass dies ein prozyklisches Signal für eine weitere Dollarstärke ist (sofern es nicht zu einem Rückfall in die Range mit anschließendem Verlassen nach unten kommt).

Als grobe Widerstandsmarken fungieren die Bereiche 103, 108, 111 und natürlich das Hoch der Jahrtausendwende bei rund 120.

usdollarindex_181116

Dollar/Yen: Goldrichtig!

16.11.2016 / 14.22 Uhr

Am 5. Oktober 2016 schrieb ich an dieser Stelle über den bevorstehenden Breakout des US-Dollars gegenüber dem Yen (hier gehts zum Artikel). Zitat: „Im Monatschart zeigt sich, dass im Bereich des 50-Prozent-Retracements seit vier Monaten eine Stabilisierung erfolgt. Gelingt hier der Breakout über 105,50, ist das nächste Ziel bei ca. 110 zu suchen, dann bei 115/116.“

Das erstgenannte Ziel wurde heute fast erreicht. Nach einer Korrektur ist mit neuen Highs zu rechnen.

USDJPY (daily):

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Chart der Woche: Flash Crash im GBP/USD

9.10.2016 / 14.00 Uhr

Hier kommt der Chart der Woche – nach dem Flash Crash im Schweizer Franken (hier gehts zum Artikel) traf es dieses Mal das (ohnehin angeschlagene) Britische Pfund: Binnen weniger Minuten ging es um rund 700 Pips in den Keller. Ist das die Message an die Politiker, sich das Ganze mit dem Brexit doch noch zu überlegen? 😉

Erklärungsversuche und Theorien dazu gibt es viele (für ausführliche Infos hier klicken).

GBP/USD (1min):

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Der interessanteste Chart momentan: USDJPY

5.10.2016 / 18.40 Uhr

Der Dollar/Yen bietet intraday immer wieder jede Menge Chancen für aktive Trader. Im übergeordneten Bild bietet sich nun ebenfalls eine interessante Situation:

  • Die Supportzone 99/100 wurde im Sommer insgesamt 4 Mal getestet und hat gehalten
  • Der Abwärtstrendkanal wurde gestern gebrochen
  • Oberhalb von 104,50 würde der Ausbruch bestätigt und eine längere Rallye könnte starten

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Im Monatschart zeigt sich, dass im Bereich des 50-Prozent-Retracements seit vier Monaten eine Stabilisierung erfolgt. Gelingt hier der Breakout über 105,50, ist das nächste Ziel bei ca. 110 zu suchen, dann bei 115/116.

Gelingt die Stabilisierung nicht, wird es eine neue (noch bessere?) Long-Chance bei ca. 95 geben. Die BoJ wird sich entscheiden müssen 😉

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Historischer Tag: 10-Jahres-Rendite in Deutschland erstmals unter Null

15.6.2016 / 10.05 Uhr

Diesen Chart möchte ich für immer festhalten. Kommt schließlich nicht alle Tage vor, dass die Rendite ins negative Terrain rutscht. Genau das war gestern zum ersten Mal in der Geschichte bei deutschen zehnjährigen Bundesanleihen der Fall.

Anstatt sich Gedanken um den „Return on Capital“ zu machen, geht es den Großinvestoren (v.a. Versicherer) nur noch um den „Return of Capital“. Verrückte Welt!

Rendite zehnjähriger Staatsanleihen in Deutschland (in Prozent):

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Hier die gesamte Zinsstruktur (zum Vergrößern anklicken):

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In einem Artikel aus dem Jahr 2012 ist ein Vergleich mit der japanischen Misere zu sehen – nach wie vor aktuell. Hier lesen.

Yen weiter im Bullenmodus: Sehen wir bald die 100er Marke?

11.04.2016 / 23.27 Uhr

Wenn sich alle Marktteilnehmer sicher sind, dass eine bestimmte Währung nur steigen kann, dann wird sie das in den allermeisten Fällen nicht tun. Genau das war vor Monaten beim US-Dollar-Sentiment zu beobachten. Die Mehrheit der Marktteilnehmer war sich einig: Die FED erhöht weiter die Leitzinsen, also muss der Dollar steigen, schließlich drehen die Japaner und die EZB nicht an der Zinschschraube – jedenfalls nicht nach oben.

Schön gedacht, aber wie wir wissen, fällt der US-Dollar (wie fast immer nach der ersten Zinserhöhung). Vor allem gegenüber dem Yen. Der Blick auf die Realzinsdifferenz USA/Japan und den Verlauf des USDJPY liefert eine fundamentale Begründung.

 

yen_zinsspread_11 04 2016

Und jetzt zur charttechnischen Lage: Das Währungspaar USDJPY setzte die Abwärtsbewegung seit der letzten Analyse fort (d.h. der Yen steigt) und nähert sich nun dem 38er Retracement, das bei 106,65 verläuft. Bei rund 105 liegt eine wichtige Unterstützung, die schon bald erreicht werden sollte.

USDJPY (daily):

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Noch „schöner“ wäre ein Retest der 100/101er Zone. Von dort aus darf der Greenback dann mal wieder steigen.

USDJPY (monthly):

usdjpy_110416

Ist auf Sicht von Wochen oder Monaten auch ein Fall bis in den Bereich 95 möglich? Aber klar doch – dort liegt das 61,8er Retracement. Für den Goldpreis wären das nicht gerade schlechte Nachrichten 😉

Austral-Dollar vor Comeback?

14.3.2016 / 12.20 Uhr

Die australische Währung kannte – wie der Rohstoffmarkt selbst – seit 2011 nur eine Richtung gegenüber dem US-Dollar: nach unten.

Nach einer mehrmonatigen Stabilisierung gelang dem Aussie nun der erste Befreiungsschlag nach oben. Aktuell notiert das Währungspaar bei 0,754. Eine Erholung bis in den Bereich 0,785 bzw. 0,816 oder gar 0,848 sollte folgen.

AUDUSD (monthly):

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Ein Blick in den Wochenchart zeigt, dass der jüngste Breakout zuvor mit einem klassischen Fehlausbruch inkl. positiver Divergenz erfolgte.

AUDUSD (weekly):

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Aktuell ist der RSI sehr weit oben, was eine kurzfristige Überkauftheit anzeigt. Man sollte also auf einen Pullback in den Bereich 0,73 bis 0,74 abwarten und dort nach Long-Gelegenheiten Ausschau halten. Das Chance-Risiko-Verhältnis verbessert sich gegenüber einem sofortigen Einstieg signifikant. Geduld zahlt sich also aus 🙂

Hier der Tageschart..

AUDUSD (daily):

audusd_140316d

Bund Future: Zeit für eine Korrektur

2.3.2016 / 8.40 Uhr

Der Bund kennt seit Jahren nur eine Richtung – nach oben. Die Notenbanken sorgen dafür, dass mittlerweile 80% aller Bonds im negativen Zinsbereich notieren. OK. Aber auch der stärkste Markt braucht mal eine Atempause. Beim Bund könnte dies nun der Fall sein.

Meine Idee:

  • großer Impuls in den letzten Monaten (rund 800 Ticks)
  • negative Divergenz beim RSI
  • Bearish Engulfing gestern

Folglich sind die Bullen am Hoch gescheitert.

Bund (daily):

bund020316

Eine „gesunde“ Reaktion wäre nun die Korrektur bis zum Fibolevel 163,15. Zur besseren Übersicht hier noch der Stundenchart.

Bund Future (60min):

bund020316h

Updates folgen!

FED erhöht zum ersten Mal seit 11 Jahren den Leitzins – Alle Charts hier!

16.12.2015 / 23.50 Uhr

Zuerst zum Handelsgeschehen vor der FED-Entscheidung: Der DAX schloss die Kassa-Session nahezu unverändert bei 10.469 Punkten und damit etwa 100 Punkte unter dem Tageshoch.

DAX (daily):

dax161215c

Das Highlight des Tages war natürlich die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Sie hielt Wort und gab eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bekannt. Das ist die erste Zinserhöhung seit Juni 2006. (Man darf gespannt sein, wann sie wieder zurückrudern muss, aber das soll uns als kurzfristig orientierte Trader an dieser Stelle nicht interessieren.)

Leitzins USA (Fed Funds Target Rate):

fed161215

Das Wording wurde positiv aufgenommen, schließlich sagte Fed-Chefin Yellen, weitere Anpassungen nach oben sollten „graduell“ erfolgen. Nach der Entscheidung  (Original-Pressetext hier) ging es am Aktienmarkt zunächst nach oben, dann folgte ein Pullback. Mit Beginn der Pressekonferenz übernahmen die Bullen wieder das Zepter und der DAX Future schloss bei 10.634 Punkten.Die heute früh genannte Zielzone wurde damit nahezu abgearbeitet!

Die Reaktion auf der Währungsseite fiel mehr oder weniger wie bei einem Non-Event aus. Das zeigt wieder einmal, wie der Antizipationsmechanismus an der Börse funktioniert: Die Euro-Schwäche war bereits Wochen und Monate vorher eingepreist worden.

DAX Future und EUR/USD (1min):

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Hier noch der Blick auf den S&P 500, der sich wieder in die alte Range zurückgekämpft hat (hat jemand eigentlich den Hammer am 50er Retracement gesehen?).

S&P 500 (daily):

spx161215c

Ein Ausblick für den Donnerstag wir morgens auf meinem Guidants-Stream zur Verfügung gestellt.

EZB enttäuscht alle Santa-Claus-Rallye-Fans…

03.12.2015 / 15.12 Uhr

Die Pressekonferenz ist in vollem Gange (hier live verfolgen), die Message ist bereits klar: Die Märkte hatten mehr erwartet!

ezb031215_draghiDas vorläufige Ergebnis für den DAX und den Euro fällt dementsprechend drastisch aus:

  • DAX reagierte nach Bruch der gestern genannten Supportmarke bei 11.080 mit Selloff – Tagestief bei 10.735, d.h. 570 Punkte unter Tageshoch
    • Aktuell wieder 200 Punkte höher
  • Euro reagiert extrem bullish, zwischenzeitlich 350 Pips höher
    • Aktuell bei 1,080 US-Dollar

 

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Dollar auf Platz 1, Rohstoffe ganz unten

18.11.2015 / 23.16 Uhr

Einen schönen Chart, auf den ich beim heutigen Abend-Research gestoßen bin, möchte ich meinen Blog-Lesern nicht vorenthalten. Dargestellt ist hier die Performance wichtiger Assets seit Jahresbeginn. Wenn der Dollar „King“ ist (aktuell die beste Assetklasse von allen), sind Rohstoffe die Verlierer. Wie im Lehrbuch der klassische inverse Zusammenhang.

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Quelle: VisualCapitalist

Dollar/Yen: Das war`s!

17.00 Uhr

Der Dollar bricht heute gegenüber dem Yen deutlich ein und eröffnet damit weiteres Potenzial auf der Downside.

USDJPY (daily):

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Die Nightcrawler-Strategie hat den Down-Move heute profitabel genutzt – nach einem kleinen Long-Versuch heute früh. Das ist ein Beispiel dafür, wie emotionsloses Trading aussehen sollte 😉

 

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Bund Future: Hammer+Fibo+Divergenz=Erholungspotenzial

14.31 Uhr

Der Bund Future markierte gestern ein Tagestief am 38er Fibonacci-Retracement, es wurde zudem eine Fast-Hammer-Candle ausgebildet. Dazu kommt eine positive Divergenz im RSI, da das jüngste Tief im Chart von einem höheren Tief im Oszillator begleitet wurde. Die Bullen lassen sich an so einer Stelle nicht lange bitten und hieven den Bund heute um aktuell 90 Ticks nach oben.

Solange das gestrige Low nicht unterschritten wird, ist mit einer Erholung zu rechnen – vor allem bei einem Bruch der 151,35er Zone.

Bund Future (daily):

bund110615

Die Nervosität steigt – DAX, S&P 500 und Bund unter der Lupe.

7.20 Uhr

Nach dem schönsten (Grill-) Tag des Jahres ist es an der Zeit, sich wieder den Charts zu widmen.

Beginnen wir zunächst mit dem spektakulärsten Chart – dem Bund Future. Was wir hier seit Wochen sehen, trägt schon Züge eines Crashes. Gestern fiel der Bund intraday auf ein neues Tief, konnte sich dann allerdings stabilisieren und mit einer bullishen Kerze schließen. Hier geht es zum Bund Future Tageschart. Aus Sicht der Charttechnik sehen wir eine positive Divergenz, aber mal ehrlich: Ein weiterer Downmove bis in den Fibo-Zielbereich 146,50 ist fast schon Pflicht, wenn man sich die Struktur anschaut.

Der DAX hat gestern die Unterstützungszone erreicht (Tagestief bei 11.187) und sprang von dort aus kräftig nach oben. Zum Handelsschluss notierte der Index bei 11.340 Punkten, nachbörslich ging es aber wieder ca. 70 Punkte nach unten. Hier der DAX Tageschart. Im Stundenchart blockiert nach wie vor die fallende Trendlinie den Weg. Hier der DAX-Stundenchart. Erst wenn diese überschritten wird, kommen die Bullen wieder ins Spiel. Wird dagegen der Support im Bereich 11.160/11.180 durchbrochen, droht ein schneller Move in Richtung 10.800.

Der S&P 500 fiel gestern um rund 0,9 Prozent zurück und steht ebenfalls kurz davor, eine Trendlinie nach unten zu verlassen. Der heutige Handelstag wird die Entscheidung bringen, hier geht es zum Chart.

Good Trading und schönes Wochenende!